Ralf Langerwisch
Dipl.-Ing. (FH) Architekt, Büroinhaber
Kannst du dich noch an deinen ersten Tag erinnern?
Ja. Ich habe mich mit dem damaligen Büroinhaber direkt auf der Baustelle getroffen. Es gab eine kurze Einweisung - und dann stand ich alleine da. Aus heutiger Sicht war es eine kleine Aufgabe - damals fühlte sie sich kaum machbar an, vor allem ohne Erfahrung. Ich musste schnell lernen, alleine zurechtzukommen. Ich wurde von Anfang an stark gefordert, was mich gleichzeitig gefördert hat. Ehrlich gesagt habe ich zu Beginn meiner Zeit im blauhaus nicht gedacht, dass ich es hier langfristig schaffen könnte.
Da ich aber solche Situationen als Herausforderungen empfinde, habe ich mich durchgebissen, Resilienz aufgebaut und vor allem vielfältige Erfahrungen gesammelt.
Wie lange bist du nun schon im blauhaus? Und wie hat sich seitdem deine Aufgabe geändert?
Und nun bin ich schon seit 2008 im blauhaus und inzwischen das dienstälteste Mitglied im Büro. Meine Aufgaben haben sich stetig weiterentwickelt: von der reinen Projektarbeit über Bauleitung und Projektmanagement - zunächst bei kleineren, dann bei immer größeren und komplexeren Projekten - hin zur Mitarbeiterführung, zur Büroorganisation und schließlich zur Übernahme des Büros Anfang 2026.
Was ist dir bei einem Projekt von Anfang an besonders wichtig?
Am Anfang ist es mir besonders wichtig, genau hinzusehen und die Grundlagen sauber zu ermitteln. Was will der Kunde wirklich? Wo liegen die Bedürfnisse? Welche äußeren Rahmenbedingungen gibt es? Und vor allem: Ist das Projekt innerhalb der Budgetvorstellungen realistisch umsetzbar? Falls das Budget nicht ausreichend ist, suchen wir gemeinsam mit unseren Kunden nach Lösungen, wie deren Träume doch noch umgesetzt werden können. Diese Aspekte klären wir sehr früh. Die Erfahrung zeigt: Wenn das am Anfang stimmt, läuft das Projekt später deutlich reibungsloser. Ich sage den Bauherren offen die Wahrheit - auch wenn diese manchmal unbequem ist. Ehrlichkeit im Dialog gegenüber den Kunden sehe ich als eine unserer großen Stärken. Das Spannungsfeld zwischen Kosten, Terminen und Qualität behalten wir frühzeitig im Blick und erklären die Zusammenhänge, damit gemeinsam tragfähige Entscheidungen getroffen werden können.
Wann ist ein Projekt für dich gelungen?
Ein Projekt ist für mich gelungen, wenn diese Grundlagen auch in der Umsetzung eingehalten werden. Gerade beim Bauen im Bestand ist die Objektüberwachung entscheidend. Architektur bedeutet für mich: bauen. Wir sind präsent auf der Baustelle, vertreten die Interessen der Bauherren und gehen aktiv in die Kommunikation mit den Handwerkern. Deren Erfahrung und Ideen sind oft sehr wertvoll - gemeinsam entsteht daraus die bestmögliche Lösung. Wenn die Visionen der Bauherren aus der Planungsphase in der Bauphase Realität werden, dann ist das für mich ein gutes Projekt - unabhängig von Größe oder Budget.
Was schätzt du an der Arbeit im Bestand besonders?
Ganz klar: Zunächst einmal die Abwechslung. Kein Projekt ist wie das andere. Jeden Tag ergeben sich neue Aufgaben, neue Fragestellungen und neue Lösungen. Das ist anspruchsvoll, aber genau das macht es für mich spannend. Gleichzeitig sehe ich eine große Verantwortung darin, bestehende Gebäude zu erhalten, sinnvoll weiterzuentwickeln und an heutige Bedürfnisse anzupassen. Das spart Kosten, schont Ressourcen und ist gerade angesichts hoher Baukosten und des Klimawandels unverzichtbar.
Wie würdest du die Arbeitsweise im blauhaus in wenigen Worten beschreiben?
Gründlich. Respektvoll. Freundschaftlich. Miteinander. Das Team steht im Mittelpunkt, denn Architektur ist keine Einzelleistung. Gute Projekte entstehen durch Austausch, unterschiedliche Blickwinkel und Vertrauen in die Kompetenzen der anderen.
Wenn du an das blauhaus-Team und seine Entwicklung denkst - was würdest du dazu sagen?
Wir haben heute ein starkes, konstantes Team. Die Zusammenarbeit macht Spaß. Es sind junge, motivierte Menschen, und wir haben kontinuierlich am Team gearbeitet. Dabei achten wir bewusst auf unterschiedliche Lebenssituationen - etwa durch flexible Arbeitszeiten und Teilzeitmodelle, besonders für Familien mit Kindern. Mir ist wichtig, zuzuhören, zu fördern und ansprechbar zu sein.
Was motiviert dich nach vielen Jahren im Beruf immer noch?
"Leidenschaft im architektonischen Sinne" - eine Formulierung, die Bürogründer Mathias Kreibich geprägt hat. Diese Leidenschaft begeistert mich bis heute für diesen Beruf.
Was macht Ralf außerhalb von BLAUHAUS?
Ich bin ein Familienmensch und dreifacher Vater.
Zum Abschluss: verschiedene Begriffe - deine Gedanken dazu
• Nachhaltigkeit: essenziell
• Nürnberg: Heimatort
• Bauhaus: Vordenker
• Architektur: Leidenschaft
• Mathias Kreibich: Gründer, genialer Architekt, Chancengeber






