Bilder
Straßenfassade mit weitergeführter Bestandsstruktur
Eingangsbereich und Treppenaufgang
Treppe als präzise eingefügte Ergänzung
Bestandsmauerwerk und Kappendecke
Erdgeschossflur mit klarer Raumabfolge bis zur Hoftür
Hervorgehobenes Bestandsmauerwerk und Kappendecke
Küchenbereich mit historischem Mauerwerk
Sichtbare Bestandskonstruktion und neue Dachfenster
Prägnant raumtrennende Bestandsbalken
Hoffassade mit neu gefasster Zugangssituation
Grundriss EG
Grundriss OG
Schnitt
Alte Tür
Die Transformation eines historischen Stallgebäudes in moderne Praxisräume
Aus einem Gebäude mit Geschichte wird ein Gebäude mit Zukunft
174 Planungs- und Ausführungszeit 2026, Nürnberg
Vorgefundenes verstehen und Potenzial erkennen
Das Gebäude ist Teil eines gewachsenen, ehemals landwirtschaftlich geprägten Umfelds. Ursprünglich als Stall errichtet, war es über lange Zeit rein funktional genutzt - robust, einfach und ohne gestalterischen Anspruch. Gerade diese Unaufgeregtheit macht jedoch die besondere Qualität aus: ein Haus, das aus seiner Nutzung heraus entstanden ist und sich selbstverständlich in seine Umgebung einfügt. Diese Substanz bildet den Ausgangspunkt für die Transformation.
Die Aufgabe bestand darin, das Gebäude für eine neue Nutzung als Praxisräume weiterzuentwickeln und seine vorhandenen Qualitäten in eine zeitgemäße Struktur zu überführen. Ziel war es, Bestehendes zu präzisieren, zu ergänzen und in eine neue Ordnung zu bringen - immer aus dem Gebäude heraus gedacht. Eingriffe wurden gezielt und reduziert gesetzt, abgestimmt auf die Anforderungen der neuen Nutzung.
So entsteht eine Transformation innerhalb des Bestands: ein Gebäude, das seine Geschichte trägt und zugleich eine neue Nutzung selbstverständlich aufnimmt.
Erhalten, um zu verändern
Im Inneren wird die Haltung des Weiterbauens unmittelbar spürbar. Vorhandene Strukturen bleiben erhalten und prägen den Raum: Die ausgeformte, gerundete Kappendecke verbindet sich mit gezielt hervorgehobenen Wandbereichen, in denen das alte Gemäuer spürbar bleibt.
Auch im Dachraum setzt sich dieser Ansatz fort. Bewusst platzierte Nuancen erhaltener Tragbauteile werden in die neue Raumgestaltung integriert. So gelingt es, die Massivität und Logik der ursprünglichen Konstruktion nicht nur zu bewahren, sondern in ihrer Wirkung zu konservieren.
Neue Elemente treten klar hinzu und ergänzen den Bestand. Die neue Treppe setzt einen ruhigen Kontrast und hebt im Zusammenspiel mit den geschwärzten Stahlelementen eine klare Materialität hervor. Alt und Neu bleiben dabei ablesbar und treten in einen gezielten Dialog.
Auch der Erhalt der ehemaligen Futtertröge erzählt die Geschichte des Hauses weiter. Als fragmentarische Elemente bleiben sie im Gebäude präsent und machen die ursprüngliche Nutzung bis heute nachvollziehbar.
Die Räume selbst sind klar und zurückhaltend organisiert. Eine ruhige Anordnung, reduzierte Materialien und eine eindeutige Struktur schaffen Orientierung. So entsteht eine klare, selbstverständliche Raumordnung mit ruhiger Präsenz.
Auch die äußere Erscheinung folgt diesem Ansatz. Gezielte Veränderungen machen die neue Nutzung ablesbar, ohne den Charakter zu verändern. Die Eingangssituation wird neu geordnet und zur Straßenseite hin verlagert. Auch die neue Eingangstür fügt sich in Proportion und Materialität in den Bestand ein.
Neue Dachflächenfenster orientieren sich an der bestehenden Struktur und sind so ausgebildet, dass sie sich zurückhaltend in das Gesamtbild einfügen.
So bleibt das Gebäude in seiner Erscheinung vertraut - und entwickelt sich zugleich weiter.
Weiterbauen statt ersetzen
So entsteht aus einem einfachen Bestandsbau ein Ort mit neuer Qualität. Nicht durch große Gesten, sondern durch präzise Eingriffe und eine klare Haltung. Das Vorhandene bleibt spürbar und wird bewusst weitergeführt.
Aus einem Ort mit Geschichte wird ein Ort mit Zukunft: ein Gebäude, das seine Herkunft nicht verliert, sondern sie in eine neue Nutzung überführt - ruhig, selbstverständlich und dauerhaft.
Das Projekt auf den Punkt gebracht:
Die Transformation des historischen Stallgebäudes zeigt, wie Architektur durch minimale, aber präzise Eingriffe Bestehendes in die Zukunft führen kann. Durch den Erhalt prägender Elemente wie der Kappendecke und den ehemaligen Futtertrögen bleibt die Geschichte des Hauses in den neuen, modernen Praxisräumen lebendig. Ein Projekt, das für „Weiterbauen statt Ersetzen“ steht und zeigt, wie funktionale Bestandsbauten durch klare Materialität und ruhige Ordnung neue, hochwertige Qualitäten gewinnen.
Skizzen & Grundrisse
Daten & Fakten
blauhaus Architekten BDA
Campestraße 10
90419 Nürnberg
Deutschland
E: mail@[at]blauhaus.[dot]net
T: 0911 - 393 735 80
Wir bearbeiten im Projektgeschäft folgende Sprachen: Deutsch, Englisch, Russisch















