Projekte - Original kopiert! Der neue Dürersaal -

  • Bild: Blick aus der Mitte des White Cube Richtung Eingang
  • Bild: Außenansicht: Planung und Restaurierung der Fenster des Anbaus war der Anfang
  • Bild: Detailzugang White Cube
  • Bild: Blick in das Rauminnere des Saales
  • Bild: Kopie von Hans Otto Poppelreuther (1885-1965) des Bildes „Adam und Eva“ (1507)
  • Bild: Kopie des Altarbildes „Die vier Apostel“
  • Bild: Detail einer Kopie des Selbstbildnis Albrecht Dürer (1498)
  • Bild: Kopie vom Paumgartner Altar von 1498 von Georg Ort (1888-1958)
  • Bild: Zugang in den Whitecube mit Blick auf die Kopie „Der vier Apostel“

Projektbilder

  • Bild: Blick aus der Mitte des White Cube Richtung EingangBlick aus der Mitte des White Cube Richtung Eingang
  • Bild: Außenansicht: Planung und Restaurierung der Fenster des Anbaus war der AnfangAußenansicht: Planung und Restaurierung der Fenster des Anbaus war der Anfang
  • Bild: Detailzugang White CubeDetailzugang White Cube
  • Bild: Blick in das Rauminnere des SaalesBlick in das Rauminnere des Saales
  • Bild: Kopie von Hans Otto Poppelreuther (1885-1965) des Bildes „Adam und Eva“ (1507)Kopie von Hans Otto Poppelreuther (1885-1965) des Bildes „Adam und Eva“ (1507)
  • Bild: Kopie des Altarbildes „Die vier Apostel“Kopie des Altarbildes „Die vier Apostel“
  • Bild: Detail einer Kopie des Selbstbildnis Albrecht Dürer (1498)Detail einer Kopie des Selbstbildnis Albrecht Dürer (1498)
  • Bild: Kopie vom Paumgartner Altar von 1498 von Georg Ort (1888-1958)Kopie vom Paumgartner Altar von 1498 von Georg Ort (1888-1958)
  • Bild: Zugang in den Whitecube mit Blick auf die Kopie „Der vier Apostel“Zugang in den Whitecube mit Blick auf die Kopie „Der vier Apostel“
  • Bild: LängsschnittLängsschnitt
  • Bild: Grundriss ObergeschossGrundriss Obergeschoss
  • Bild: QuerschnittQuerschnitt

Original kopiert! Der neue Dürersaal

075 - Planungs- und Ausführungszeit: 2011 - 2012, Nürnberg

Das Dürerhaus ist das einzige, weitestgehend original erhaltene Künstlerhaus der Renaissance in Nordeuropa. Von 1509 bis 1528 lebte und arbeitete hier Albrecht Dürer. Für Architekten nicht nur eine besondere Herausforderung, sondern als Planungsbüro in Dürers Heimatstat Nürnberg auch eine Ehre, an einem Modernisierungskonzept für das Gebäude mitzuwirken.

Geht man heute in das Haus, hat man den Eindruck, dass man sich in der Zeit befindet, in der Dürer gelebt hat. Allerdings wissen die Wenigsten, dass es noch nicht einmal eine originale Zeichnung oder einen originalen Federkiel von Dürer in diesem Haus gibt. Wo setzt sinnvollerweise die Modernisierung an?

Schrittweise Modernisierung mit Stil

Seit Herbst 2010 erfuhr das Dürerhaus eine inhaltliche Neukonzeption in mehreren Schritten. Es gab Veränderungen bezüglich der inhaltlichen Geschichte und der Präzentation mit Schwerpunkt auf digitaler Technik. Bereits in den 70-iger Jahren gab es eine Erweiterung des Dürerhauses, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. In diesem Anbau konzipierte blauhaus in Zusammenarbeit mit Marius Schreyer Design einen sogenannten Whitecube. Die innere Raumschale besitzt thermische Funktionen und trennt die äußere, unter Denkmalschutz stehende Gebäudehülle vom Inneren ab.(Raum in Raum System ) Das hermetisch abgeriegelte Innere dient der Aufbewahrung hochwertiger Kopien von Albrecht Dürer. Es besitzt sämtliche, für einen Museumsstandard übliche technische Parameter für Lüftung, Klima, Feuchte und Gehörlose.

Fristgerecht und innerhalb des Budgets eröffnete Herr Dr. Henkel und Herr Dr. Schauerte den Dürersaal, indem man alle wesentlichen Werke von Dürer in Kopie zusammen sehen kann, ohne durch die halbe Welt zu reisen. Zu bemerken ist, dass diese Kopien schon seit Jahrzehnten teilweise in Nürnberg einlagerten, aber noch niemand die Idee hatte, hier den konzeptionellen Rahmen zu sprengen und wahrscheinlich die kleinste Gemäldegalerie in Deutschland zu bauen.

Hier möchte ich persönlich noch einmal auf das Entwicklungskonzept von Herrn Dr. Henkel hinweisen, das er für die Nürnberger Museen erstellt hat und mich bei Marius Schreyer bedanken, der für mich nah an der Genialität ist.

Skizzen & Grundrisse

  • Längsschnitt
  • Grundriss Obergeschoss
  • Querschnitt

Daten & Fakten

LeistungsschwerpunktInstandsetzungen / Bauwerksanalyse + Untersuchung, Raumbildende Ausbauten
Ihr GeschmackModern, Historisch
GebäudetypVillen / Sakralbauten / Museen
Bruttobaukosten250.000- 500.000 €
Nutzfläche10 - 200 m²
Gebäudealter1419 - 1749, 1970 - 1994
Energetische VersorgungGaszentral-/Brennwerttechnik, Zentrale Belüftung als Heizung
LeistungsumfangLph 1-8 HOAI
Konstruktionsart des Entwurfshistorische Massivkonstruktion
Planungs- und Bauzeit1-1,5 Jahre
BauherrÖffentlich
PlanungspartnerDesign: Marius Schreyer

Ein Museum zu planen, erschien uns aufwändig und dass es teuer werden würde, wussten wir auch. Aber wie teuer, bekamen wir erst im Laufe des Projekts heraus.

Unsere Aufgaben waren im Anbau des Dürer-Hauses folgende Leistungen:

1. Entkernung des alten Kinosaals
2. Austausch der Pfosten-Riegel-Fassade
3. Kompletter Austausch der Lüftungs- und Klimatechnik für den Anbau
4. White Cube (Raum-in-Raum) als moderner Ausstellungsraum

Aus dem ursprünglichen Gedanken, das Fensterband des Kinosaals im Anbau des Albrecht-Dürer-Hauses zu reparieren, entstand mehr und mehr das Konzept, einen neuen hochmodernen Ausstellungsraum zu schaffen und den denkmalgeschützten Anbau energetisch zu sanieren.

Für das städtische Museumsgebäude galt es als Planer, die Bauherren der Stadt Nürnberg und Gesellschaft Museum Nürnberg sowie die unterschiedlichen Fachplanerbereiche der Baubehörde zu koordinieren. Hierfür wurden bereits in der Planung wöchentliche Planungs-Jour-Fixé eingehalten, auch um den vorgegebenen, straffen Zeitplan während der Bauphase einhalten zu können. Dort wurden ebenfalls die Baukosten ständig mit besprochen und aktualisiert bzw. angepasst.

Die Innenraumgestaltung wurde durch das Büro Marius Schreyer Design geplant und in Zusammenarbeit mit blauhaus umgesetzt. Der Ausstellungsraum sollte als innere Raumschale (White Cube) ausgebildet werden. Sämtliche Haustechnik, die für Museumsräume extrem hohe Ansprüche hat (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftwechselrate je nach Personenanzahl, Lichttechnik, Raumakustik) ist kaum bis gar nicht zu sehen bzw. bemerkbar. Der Raum soll auch als Veranstaltungsraum mit hoher Personenzahl funktionieren.

Die innere Raumschale ist mit einer innenliegenden Holzfaserdämmung gedämmt. Die alte Dachkonstruktion wurde belassen und ebenfalls gedämmt, die alte Pfosten-Riegel-Fassade wurde ausgetauscht und mit UV- und wärmeabstrahlenden Fensterflächen versehen, sodass der sommerliche Wärmeschutz gegeben ist. Zusammen mit dem "Kommunalen Energiemanagement der Stadt Nürnberg" wurde somit ein Energiekonzept entwickelt, das zusammen mit der neuen Heizungs- und Lüftungstechnik zu einem wirtschaftlich und ökologisch hohen Standard führt.

Da das Museum während der Bauphase nur zur Hälfte geschlossen wurde und noch im "Albrecht-Dürer Jahr" der Stadt Nürnberg wieder eröffnet werden sollte, galt es einen strikten Zeitplan von 12 Wochen und den fixen Eröffnungstermin einzuhalten. Die gelang, obwohl eine Malerfirma durch öffentliche Ausschreibungen als Billigste den Auftrag entgegen unseres Vetos erhielt und wir viermal Blower-Door-Tests durchführen mussten, bis die Gebäudehülle wirklich dicht war.

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