Modernisierung eines historischen Wohngebäudes - Die Modernisierung der historischen Villa in Nürnberg erforderte viel Fingerspitzengefühl seitens des Architekten

  • Bild: Außenansicht der Villa nach der Modernisierung
  • Bild: Kleinod im Stadtbild: Die historische Villa
  • Bild: Sanierung des historischen Treppenhauses
  • Bild: Behutsame Sanierung der historischen Architektur
  • Bild: Historie trifft Moderne: der sanierte Wohnbereich
  • Bild: Moderne und Historie im Wohn-/Schlafbereich verknüpft

Projektbilder

  • Bild: Außenansicht der Villa nach der ModernisierungAußenansicht der Villa nach der Modernisierung
  • Bild: Kleinod im Stadtbild: Die historische VillaKleinod im Stadtbild: Die historische Villa
  • Bild: Sanierung des historischen TreppenhausesSanierung des historischen Treppenhauses
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  • Bild: Grundriss historische Villa ErdgeschossGrundriss historische Villa Erdgeschoss
  • Bild: Grundriss historische Villa 1. ObergeschossGrundriss historische Villa 1. Obergeschoss
  • Bild: Grundriss historische Villa 2. ObergeschossGrundriss historische Villa 2. Obergeschoss

Modernisierung eines historischen Wohngebäudes

001 - Planungs- und Ausführungszeit 1994 - 1996, Nürnberg

„Faszinierend“ und „erschreckend“ zugleich fand unser Bauherr diese Ruine, nachdem er sie 1993 gekauft hatte. Es war und ist mehr ein Schlösschen als nur ein historisches Wohngebäude. Also genau so wie es sich jede Prinzessin und jeder Architekt wünscht. Die Prinzessin, weil die verschiedenen kleinteiligen Räume unterschiedlicher Epochen wirklich zauberhaft aussehen. Der Architekt, weil es eine anspruchsvolle Aufgabe ist, bei der Modernisierung verschiedene Epochen stilistisch unter ein Dach zu bekommen.

 

Historische Architektur behutsam sanieren


Die bauliche Vielfalt der Villa ist einmalig: Ein Rokoko-Raum, ein Raum im Wiener Jugendstil, ein altehrwürdiger, fränkischer, holzgezimmerter Salon, geschwungene Treppen, gekrönte Zinnen, steinerne Ritter und unendlich viele kleine Türmchen, bemalte Leinwände und holzvertäfelte Kassettendecken. Eine Modernisierung könnte kaum aufwändiger sein, „Schrecklicheres“ kann man sich als Architekt mit Sanierungsauftrag in einem Haus kaum vorstellen: 50 verschiedene Fensterkonstruktionen und keine Ecke wie die andere. Mit Geduld und handwerklichem Geschick haben wir die Villa gemeinsam mit dem Bauherrn in Stand gesetzt und aus dem Schlösschen sein Traumschloss gemacht.

Dass der große Park um die Villa verkauft worden ist, war wohl die nachhaltigste aller Maßnahmen, denn die Villa stand plötzlich ohne das großbürgerliche Umfeld da. Im Gegenzug konnten viele Familien in die Neubauten, die in dem Park entstanden sind, einziehen. Der so in der Nähe der Kernstadt entstandene Wohnraum, half hoffentlich die Zersiedelung der Stadtränder kurzzeitig aufzuschieben.

Aus gleicher Motivation entstand daher das inhaltliche Konzept der Modernisierung des Gebäudes: Zu retten was zu retten ist!

Wir veränderten die Raum- und Gebäudestruktur kaum und konnten den Auftraggeber überzeugen, dass auch Bäder mit ca. drei Quadratmetern ausreichend sein können und dass man auch im ersten Obergeschoss wohnen kann, obwohl der Freiraum im Erdgeschoss ist. Technisch hatten wir das Problem des feuchten Kellers, was wir nicht durch Mauersägeverfahren gelöst haben, sondern durch Lüftungs- und Nutzungskonzepte.

Kostspielige restauratorische Freilegungsmaßnahmen führten wir mit Studenten aus den jeweiligen Fachgebieten durch. Flachdachabdichtungen erhielten Schaumglasdämmung dessen Hauptrohstoff für die Herstellung zu mehr als 65 % Flachglasrecyclat, das aus Auto- und Fensterscheiben gewonnen wird, ist. Dadurch entfällt ein großer Teil der energieaufwändigen Vorstufe der Glasherstellung aus Quarzsand. Weiterhin besitzt diese Flachdachkonstruktion die höchste bekannte Lebensdauer, denn Schaumglas wird in Heißbitumen verklebt.

Bei den Fenstern gab es keinen Austausch, sondern jedes der 50 Fenster untersuchten wir einzeln und legten individuelle Konzepte für jedes Fenster fest: Folgende Auswahl von Varianten bei der Planung der Fenster waren das Ergebnis:

  • Instandsetzung der Flügel ⁃ Instandsetzung der Rahmen
  • Nachrüsten von Dichtungen
  • Austausch der Verglasung gegen dünne Isolierglasscheiben
  • Äußerer Vorsatz mit Winterfenstern
  • Wiederherstellung der inneren Flügelebene bei Kastenfenstern
  • Nachbau der Kastenfenster als Austausch bei historisch wichtigen Räumen
  • Verbleib der nichtbauzeitlichen Fenster in Nebenräumen.

Bei Bodenbelägen, die 100 Jahre gehalten haben, verfuhren wir ähnlich, von Sicherung bis Wiedereinbau.

Dass auch ein Lehmboden ohne Abdichtung im Weinkeller funktioniert, dass ohne Dämmmaßnahmen im Haus 4 Kinder aufwachsen, dass Eingangstüren keine Vierfachverriegelung haben müssen, das und viel mehr ließ unser Auftraggeber zu.

Die Villa besitzt heute noch keine elektrische Klingel am Haus, sondern wird, wie vor 100 Jahren, noch mit Glocke und Stahlseilzug "beläutet".

Skizzen & Grundrisse

  • Grundriss historische Villa Erdgeschoss
  • Grundriss historische Villa 1. Obergeschoss
  • Grundriss historische Villa 2. Obergeschoss

Daten & Fakten

Leistungsschwerpunkt
Instandsetzungen / Bauwerksanalyse + Untersuchung
Ihr Geschmack
Historisch
Gebäudetyp
Villen / Sakralbauten / Museen
Bruttobaukosten
250.000- 500.000 €
Nutzfläche
200- 500 m²
Gebäudealter
1880- 1910
Energetische Versorgung
Kachelofen/Kamin, Gaszentral-/Brennwerttechnik
Leistungsumfang
Lph 1-8 HOAI
Konstruktionsart des Entwurfs
historische Massivkonstruktion
Planungs- und Bauzeit
1,5-2 Jahre
Bauherr
Privat
Planungspartner
Restauratorin: Erika Simon

Standort des Projekts

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Campestraße 10, 90419 Nürnberg, Deutschland
E: mailblauhaus.LÖSCHEN.net
T: 0911 - 393 735 80

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