Instandsetzung der Brandschutzeinrichtungen eines Seniorenpflegeheims im Süden Nürnbergs - Wir wurden als Sachverständige beauftragt, ein Brandschutzgutachten zu erstellen um die Fehler eines Anderen zu korrigieren.

Projektbilder

  • Bild: Die Instandsetzung der Brandschutzeinrichtungen war unsere Aufgabe - nach der BrandsanierungDie Instandsetzung der Brandschutzeinrichtungen war unsere Aufgabe - nach der Brandsanierung
  • Bild: Unser Rat als Sachverständiger in Sachen Brandschutz war gefragt - Rückansicht mit RettungsbalkonUnser Rat als Sachverständiger in Sachen Brandschutz war gefragt - Rückansicht mit Rettungsbalkon
  • Bild: Schönheit war hier nicht angebracht, es drehte sich vielmehr um die Frage "Wie kann ich hier küntig Leben retten?"Schönheit war hier nicht angebracht, es drehte sich vielmehr um die Frage "Wie kann ich hier küntig Leben retten?"
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  • Bild: Grundriss erstes DachgeschossGrundriss erstes Dachgeschoss
  • Bild: Grundriss erstes ObergeschossGrundriss erstes Obergeschoss
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Instandsetzung der Brandschutzeinrichtungen eines Seniorenpflegeheims im Süden Nürnbergs

Der Brandschutz ist ein elementares Thema der Instandsetzung von Gebäuden

055 - Planungs- und Ausführungszeit 2007 - 2008, Nürnberg

„34 Senioren aus Flammen gerettet“ schrieben die Zeitungen im Mai 2007. Welch ein Glück! Nach dem Brand beauftragte uns der Besitzer mit einem Instandsetzungsgutachten und der Betreuung der Brandsanierung. Die Versicherung setzte einen von ihr bestimmten Architekten ein. Dieser versetzte das Gebäude in den Ursprungszustand vor dem Brand zurück. Als verantwortlicher Sachverständiger verschlug es mir fast die Sprache! In den Begehungen zu den Abnahmen teilten wir ihm mit: „Prüfen und planen Sie als Architekt den baulichen Brandschutz unter heutigen Gesichtspunkten!“

Für uns ist Brandschutz ein elementares Thema der Instandsetzung

Das Gebäude war zwar fertig, aber es gab eine Nutzungsuntersagung. Es waren keine Rettungswege vorhanden, die eingebauten Türen passten und vieles mehr. Aber das Gebäude stand so da wie vor dem Brand.

Folglich wurden wir als Sachverständige beauftragt ein Brandschutzgutachten zu erstellen und mit dem Prüfer nach Lösungen zu suchen, denn das Haus hatte keine geradläufige Treppe und alle Zimmer zum Hof keinen zweiten baulichen Rettungsweg. Wir entwarfen Brücken und zerschnitten die fertigen neuen Balkone. Wir planten Brandschutztüren und rissen die neuen Türen wieder raus. Wir bauten straßenseitig größere Fenster hinein und rissen die neuen wieder raus. So etwas entsteht aus Ignoranz der Sache gegenüber und bloßer Pflichterfüllung. Zahlen muss bis jetzt der Kunde: das macht uns sauer!

Brandschutz und Sicherheit - Erstellung von einem Brandschutzkonzept

38 bettlägerige Senioren aus einem brennenden Altenheim zu retten, und das ohne funktionierenden ersten Rettungsweg, das war eine Heldentat für die Nürnberger Berufsfeuerwehr. Vom Betreiber des Altenheims wurden wir nach Löschung des Brandes beauftragt, die Wiederherstellung des Ist-Zustandes durch den Versicherer zu überwachen und ein neues Brandschutzkonzept zu erstellen, dieses mit dem Prüfer abzustimmen und dann umzusetzen. Wichtig war hier den Kontakt zur Versicherung zu halten und zu verhandeln, denn diese stellen nur das her, was vor dem Brand war. Auch wenn es keinen Sinn macht, den von der Versicherung beauftragten Architekten interessierte das wenig, der hatte seinen Auftrag: Wiederherstellen  Da musste der Betreiber auch mit anwaltlicher Unterstützung einen Stop erwirken.

Zum Brandschutzkonzept: Nicht jedes muss geprüft werden, in Bayern nur bei Gebäudeklassen 4 und 5 (Bauten über 7 m Höhe und 400 qm Nutzungseinheit) und Sonderbauten. Altenheime werden klassifiziert als Sonderbau. In unserem Fall gab es nur ein 360 Grad gewendeltes Treppenhaus mit einer Laufbreite von ca. 120 cm und den fehlenden zweiten baulichen Rettungsweg und einige Zimmer auf der Hofseite hatten nur einen erschwerten Zugang zum ersten, nicht sauber funktionierenden Rettungsweg. Deshalb schaute der Prüfer, der wie wir auch, persönlich dafür haftete, genau hin.

Unser gemeinsam mit dem Prüfer entwickeltes Konzept bestand aus mehreren Bausteinen, die wir dann entsprechend umsetzten. Erst dann bekam der Betreiber eine Genehmigung zum weiteren Betrieb des Hauses:

  1. Vergrößerung wesentlicher Fenster zur Straße, sodass Krankentragen mit Senioren hinaugereicht werden können
  2. Alle Balkone auf der Hofseite werden fest mit Stahlrettungsbrücken verbunden, sodass man immer von zwei Punkten aus in ein Zimmer hinein oder aus einem Zimmer heraus gelangt
  3. Pro Geschoss: Einrichtung von brandgeschützten Wartezimmern am Treppenraum, hier können Feuerwehrleute Senioren „parken“ wenn der Treppenraum verstopft ist
  4. Austausch wesentlicher Türen in eine höhere Brandschutzklasse
  5. Verbesserung der Brandmeldeanlage und Aufschaltung auf die Leitstelle der Feuerwehr
  6. Anschaffung von klappbaren Rettungsstühlen; diese sind eine Mischung aus Regiestuhl und Rückentrage. Die Feuerwehrleute können die sitzend transportfähigen Patienten hineinsetzen, festschnallen und auf dem Rücken nach unten transportieren
  7. Diverse weitere organisatorische Maßnahmen

Das sind sicher nicht die spannendsten architektonischen Projekte, aber sie sensibilisieren für unsere tagtägliche Arbeit.

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Skizzen & Grundrisse

  • Ansicht Hofseite
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Daten & Fakten

Leistungsschwerpunkt
Instandsetzungen / Bauwerksanalyse + Untersuchung
Ihr Geschmack
Technisch
Gebäudetyp
Geschäfts-. Dienstleistungsgebäude
Bruttobaukosten
75.000- 250.000 €
Nutzfläche
500- 1000 m²
Gebäudealter
1970- 1994
Energetische Versorgung
Gaszentral-/Brennwerttechnik
Leistungsumfang
Lph 1-8 HOAI
Konstruktionsart des Entwurfs
historische Massivkonstruktion
Planungs- und Bauzeit
0,5-1 Jahr(e)
Bauherr
Privat

Standort des Projekts

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Campestraße 10, 90419 Nürnberg, Deutschland
E: mailblauhaus.LÖSCHEN.net
T: 0911 - 393 735 80

Wir bearbeiten im Projektgeschäft folgende Sprachen: Englisch, Russisch, Kurdisch

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