Erweiterung eines Zweiparteienhauses zum Mehrgenerationenhaus
Garten-Penthouse zwischen Baumkronen
176 Planungs- und Ausführungszeit 1960 - 2026, Nürnberg
Mehr Potenzial, als es auf den ersten Blick scheint
Ausgangspunkt dieses Projekts war ein klassisches Zweiparteienhaus, das den Anforderungen seiner Bewohner an generationenübergreifendes Wohnen nicht mehr gerecht wurde. Ziel war es, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und das Gebäude gleichzeitig neu zu organisieren. Durch die Erweiterung des Obergeschosses entstand ein Garten-Penthouse, dessen Räume umfassend saniert und in das neue Wohnkonzept integriert wurden. Die beiden darunter liegenden Geschosse wurden in zwei eigenständige Wohneinheiten aufgeteilt.
Mehr Licht. Mehr Verbindung. Mehr Offenheit.
Im Mittelpunkt der Planung stand die Frage, wie sich Tageslicht, Garten und Wohnraum stärker miteinander verbinden lassen.Eine neue Öffnung zwischen Küche und Wohnbereich schafft heute eine Sichtachse durch das gesamte Geschoss. Die Räume wirken großzügiger, heller und stehen in einem direkten Bezug zueinander. Ein großflächiges Schiebeelement öffnet den Wohnraum zur Terrasse und lässt den Garten bis tief ins Haus hineinwirken. Die Grenze zwischen innen und außen tritt in den Hintergrund.
Wohnen mit dem Garten
Herzstück des Projekts ist die großzügige Terrasse. Sie dient als Verbindung in den Garten und bietet Platz für eine geschützte Kaffeeecke sowie einen Grillbereich mit Blick ins Grüne.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Erhalt der Bäume, die als prägendes Element des Gartens erhalten werden sollten. Statt den Garten unter der Terrasse dauerhaft zu verschatten, wurde ein begehbarer Gitterrostbelag gewählt. Dieser lässt Tageslicht und Regenwasser bis zu den darunterliegenden Pflanzflächen gelangen und unterstützt so die Entwicklung der Vegetation. Gleichzeitig sorgt die gewählte Ausführung für einen hohen Gehkomfort und macht die Terrasse zu einem vollwertigen Aufenthaltsbereich.
Leichte Konstruktion mit hoher Wirkung
Die Terrasse wird zum Teil durch eine filigrane Glasüberdachung geschützt, ohne die Offenheit des Außenraums einzuschränken. Lichtdurchlässigkeit und Transparenz blieben zentrale Entwurfsziele.Um die gewünschte Schlankheit der Konstruktion zu erreichen, wurden zahlreiche Stahlanschlüsse und Verbindungsdetails individuell entwickelt und aufeinander abgestimmt.
Holzbau als natürliche Ergänzung
Die Erweiterung wurde in Holzständerbauweise errichtet und mit einer lasierten Holzfassade verkleidet. Das Material fügt sich selbstverständlich in den Garten ein und bildet einen ruhigen Kontrast zum vorhandenen Gebäudebestand.Den oberen Abschluss bildet ein begrüntes Dach. Es speichert Niederschlagswasser, verbessert den sommerlichen Hitzeschutz, entlastet die Entwässerung und trägt zu einem ausgeglichenen Mikroklima bei. Gleichzeitig entstehen zusätzliche ökologische Flächen für Pflanzen und Insekten.
Bestand weiterdenken
Das Projekt zeigt, dass zusätzlicher Wohnraum nicht zwangsläufig auf Kosten der vorhandenen Qualitäten entstehen muss. Durch den behutsamen Umgang mit dem Bestand, den Erhalt der prägenden Bäume und die enge Verzahnung von Wohnraum, Terrasse und Garten entstand ein Gebäude, das Offenheit und Natur in den Mittelpunkt stellt.
Viel Licht, fließende Übergänge und eine hohe Durchlässigkeit prägen heute das Wohnen innen wie außen.
Skizzen & Grundrisse
Daten & Fakten
blauhaus Architekten BDA
Campestraße 10
90419 Nürnberg
Deutschland
E: mail@[at]blauhaus.[dot]net
T: 0911 - 393 735 80
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