Instandsetzung und Sanierung heißt: Wiederherstellung alter Pracht und Blüte
Denkmalpflege – Instandsetzung des Daches und der Fassade Nummer 23
017 Planungs- und Ausführungszeit 2000 - 2001, Nürnberg
Wer sich mit der Geschichte der Nürnberger Nordstadt beschäftigt oder den Immobilienmarkt kennt, weiß, dass es sich bei diesen Gebäuden um eine der begehrtesten Wohnlagen der Stadt handelt. Ein Traum für Architekten: Denkmalpflege, Sanierung und Instandsetzung auf höchstem architektonischen Niveau. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Wohnhäuser der Jahrhundertwende, die aufgrund ihrer Variabilität, Schönheit und Größe eine magnetische Kraft auf ihre Liebhaber ausüben. Und auf Architekten, speziell aus Nürnberg, natürlich auch.
Instandsetzung heißt hier: Wiederherstellung alter Pracht und Blüte
Zu den eindrucksvollsten Baugruppen des Jugendstils im Stadtbereich gehören sicher die original erhaltenen Wohnhäuser der Meuschelstraße 21 bis 25. Sie vereinen die damals abklingende, vegetabile Formenvielfalt des Dekors mit einer maßvollen Tendenz zur Tektonisierung, wie sie sich in den vorgewölbten Erkern und Turmhauben darstellen. Mit Hilfe der Restauratorin Erika Simon gelang es uns, ein Konzept zu finden, welches die Stuckornamentik, die Putzflächen, die Rillenputzfelder sowie die Farbigkeit der Brüstungsfelder und der sogenannten Fratzen im Dachbereich fassen ließ. Wir übernahmen die Planung und Bauleitung der Instandsetzungsarbeit. Eine Besichtigung der sanierten Straßenfassade ist jederzeit möglich.
Denkmalpflege, Sanierung und Instandsetzung
Die Meuschelstraße in Nürnberg ist eine der schönsten Straßen mit den besterhaltenen, ehemals jüdischen, großbürgerlichen Jugendstil-Wohnhäusern. Der Nürnberger Jugendstil hatte eine besondere Ausprägung, die sich im Nürnberger Norden sehr gut erkunden lässt. So auch in der Nummer 23: Auf einem massiven Natursteinsockel thronen 4 Ebenen mit je einer einer Wohnung. Die Fassade ist gegliedert durch gut proportionierte, gesprosste Fenster, einen Erker und feinen Zierputzen, die zu floralen Elementen in Form von Kastanienblättern handwerklich gearbeitet wurden.
Die optische Straffung und Füllung der Fassadenflächen wird durch einen Kammputz erreicht. Der wurde handwerklich mit einem Stahlkamm aufgezogen, sodass sich die leicht bewegte, vertikale Wellental- und Wellenbergstruktur ergab. Das Ganze war farbig gefasst, teilweise in Gold. Unser Auftrag war die Instandsetzung der Putze und Wiederherstellung der farbigen Fassung von 1906. Es gab bei diesem Projekt drei besondere Herausforderungen:
- Schon zur Kostenberechnung musste die Befunduntersuchung vorhanden sein, ohne dass ein Gerüst stand.
- Das Finden der Handwerker, die solche Arbeiten ausführen.
- Das Finden der Restauratoren, die es schaffen, ein Gebäude nach der Instandsetzung nicht neu aussehen zu lassen.
Wir hatten ein inneres Bild nachdem wir arbeiteten und das täglich mit dem Fortgang der Baustelle abgeglichen wurde. Das heißt, gab es Abweichungen vom dem was geschaffen werden soll und dem Zielbild, dann mussten Korrekturen her. So war es auch hier: Nachdem Putze erneuert und durch Hinterfüllen gefestigt wurden und auch Neumodellagen der Zierputze durchgeführt worden sind, wurde solange an den Farbfassungen experimentiert, bis das „Neue“ nah an der Befundlage war.
Die Befundlage brachte den bauzeitlichen Zustand von 1906 hervor, indem mineralisch lasierende Farben in Kombination mit Gold als Überhöhungseffekt eingesetzt wurden. Diesen Zustand haben wir erreicht und 90 % aller Putze, die ca. 90 Jahre alt sind gerettet und 10 % erneuert im Duktus des Bestandes, auf Basis der labortechnischen Putzanalysen. Im Zuge der Instandsetzung überprüften wir Dach- und Flaschnerarbeiten und arbeiteten die bauzeitlichen Kastenfenster nach, um hier saubere Bauteilfugen zwischen Putzen/Verwahrungen und Fenstern zu erhalten.
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