Bessemerstraße – Instandsetzung einer alten Lebküchnerei - Die Nachfolger eines Lebküchners besitzen dieses Gebäude mit historischer Architektur, dessen Sanierung und Instandsetzung uns sehr zufrieden stellen.

Projektbilder

  • Bild: Sanierung von Dach und Fach dieser historischen ArchitekturSanierung von Dach und Fach dieser historischen Architektur
  • Bild: Altbau modernisieren und instandsetzen - die Lebküchnerei wurde komplett saniertAltbau modernisieren und instandsetzen - die Lebküchnerei wurde komplett saniert
  • Bild: Moderne gläserne Ergänzung auf der GartenseiteModerne gläserne Ergänzung auf der Gartenseite
  • Bild: Übergang zwischen Alt und NeuÜbergang zwischen Alt und Neu
  • Bild: Blick aus der gläsernen AufstockungBlick aus der gläsernen Aufstockung
  • Bild: Durchblick vom Albau in den GartenDurchblick vom Albau in den Garten
  • Bild: Durchscheinende, ruhie AtmosphäreDurchscheinende, ruhie Atmosphäre
  • Bild: Geplanter Lichteinfall auf der Gartenseite ins historische TreppenhausGeplanter Lichteinfall auf der Gartenseite ins historische Treppenhaus
  • Bild: Die Felch'sche Lebkuchenküche im Erdgeschoss des VorderhausesDie Felch'sche Lebkuchenküche im Erdgeschoss des Vorderhauses
  • Bild: Ansicht Garten mit AufstockungAnsicht Garten mit Aufstockung
  • Bild: Ansicht Straßenseite mit LadenAnsicht Straßenseite mit Laden
  • Bild: Grundriss DachgeschossGrundriss Dachgeschoss
  • Bild: Grundriss ObergeschossGrundriss Obergeschoss
  • Bild: Grundriss Erdgeschoss mit LadenGrundriss Erdgeschoss mit Laden
  • Bild: SchnittSchnitt

Bessemerstraße – Instandsetzung einer alten Lebküchnerei

038 - Planungs- und Ausführungszeit 2004 - 2006, Nürnberg

Beim Lesen dieses Textes sollte man den Duft von Lebkuchen in der Nase haben, dann kann man es sich leichter vorstellen, wie es vor hundert Jahren in diesem Gebäude gerochen haben muss. Die Nachfolger eines alten Lebküchners besitzen in Nürnberg dieses Gebäude mit historischer Architektur. Auf der Suche nach einem Architekten für die angedachte Modernisierung des Altbaus, fanden sie über Internetrecherchen unsere Adresse und beauftragten uns mit der stufenweisen Instandsetzung der historischen Architektur. Diese stellte sich für beide Seiten als großer Glücksfall heraus. Aufgrund der vertrauensvollen Zusammenarbeit ist ein überragendes Werk für die Familie entstanden. Wir rechnen damit, dass in wenigen Jahren dort wieder in historischer Art und Weise Lebkuchen im alten Dampfbackofen hergestellt werden.

Modernisieren im Sinne der historischen Architektur

Unsere Aufgabe umfasste die Sanierung von „Dach und Fach“, den Umbau der bestehenden Wohnung, das Sanieren und die Errichtung des historischen Ladens sowie die moderne Erweiterung mit einem Wintergarten in der obersten Wohnung. Das besondere an diesem Projekt waren, abgesehen vom verführenden Lebkuchenduft, die Farbfunde in den Geschossen, auf deren Basis wir mit Glas und Holz eine lichtdurchflutete, weihnachtliche Stimmung über alle Jahreszeiten erzeugt haben. Wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal ausdrücklich bei der Familie Felch bedanken.

Lebkuchen gehören zu Nürnberg! So ist es zwangsläufig schon aus kultureller Hinsicht Bürgerpflicht, dieses Erbe zu erhalten. So dachte auch ein Nürnberger Lebküchner, der uns im Internet gefunden hat und im Nordern der Stadt ein historisches Wohn- und Geschäftshaus besaß. Vor und nach dem Krieg war diese Bäckerei sehr bekannt. Über das Bäckereisterben in Nürnberg ist genug geschrieben worden, so verzichten wir darauf.

Das dreigeschossige Satteldachhaus mit großem Garten musste dringend instandgesetzt und erweitert werden und hatte glücklicherweise mit seinem historischen Dampfbackofen den Krieg überstanden.

Wir bekamen folgenden Aufträge:

  1. Instandsetzung der Dachfläche
  2. Rückbau der Fassade und Entwurf einer historischen Fassung eines Lebkuchenladens
  3. Instandsetzung der restlichen Fassade
  4. Umbau des Erdgeschosses in Schaubäckerei und Lebkuchenverkauf
  5. Modernisierung der Wohnung im ersten Obergeschoss und Errichtung eines Außenzugangs
  6. Erweiterung und Modernisierung der Wohnung im zweiten Obergeschoss und Errichtung eines Wintergartens

Obwohl es kein Baudenkmal war, sind wir mit den gleichen Voruntersuchungen herangegangen: Bauteilöffnungen, Farbuntersuchungen, Aufmaße und digitale Planunterlagen erstellen. Die Kundschaft kam in regelmäßigen Abschnitten zu den Entwurfs- und Baubesprechungen. Aus diesen Ergebnissen sowie unseren eigenen Beobachtungen und Empfehlungen, erstellten wir ein Modernisierungskonzept, dass wir mit Preisen hinterlegten. Diese Preise waren nach der Aufgabenstellung getrennt ermittelt, da es sich um verschiedene steuerliche Betrachtungen handelte: Für das Erdgeschoss war eine gewerbliche Nutzung der Firma geplant, das erste Obergeschoss wurde vermietet und das zweite Obergeschoss war für eine private Nutzung bestimmt.

Diese Art Aufträge sind insofern komplex, da bei jedem Teilauftrag technisch, finanziell und formal anders reagiert werden muss. Wir wollen das kurz erläutern:

Bei der Instandsetzung der Dachfläche haben wir nicht erneuert, sondern die vorhandene Substanz neu bewertet und das ausgetauscht, was weniger als 25 Jahre Lebensdauer hatte (vorwiegend Blechanschlüsse, Einfassungen von Bauteilen), Neuteile wie Fenster für das zweite Obergeschoss wurden passend eingeplant.
Bei der Fassade haben wir uns aufgrund des Feuchtehaushalts des Erdgeschosses und der vollverfliesten Straßenfassade zu einer großen Lösung mit Putzerneuerung auf mineralischer Basis entschieden. Im Bereich des Ladens entwarfen wir eine geschnitzte Gründerzeitladenfassade um 1900 mit handgemalter Fassadenschrift im Duktus des kleinen Gewerbehauses. Im rückwärtigen Teil des Hauses konnten wir ohne formale Einbußen die Fassade mit einer Außendämmung energetisch sanieren.

Das Erdgeschoss mit Schaubäckerei haben wir so instandgesetzt, dass die Grundstruktur des Lebens in einer Bäckerei um 1900 spürbar ist mit allen Oberflächen an Bauteilen und Kompromissen an Funktionalität. Wo diese zu verbessern waren, z. B. im Laden, unterstützen wir das durch kleinere Eingriffe.
Die Wohnung im ersten Obergeschoss wurde minimalinvasiv vermietfähig gemacht und mit separater Erschließung von Außen versehen. So hatte jede Nutzung einen eigenen Zugang, das hilft zur Entflechtung und störungsfreiem Miteinander.

Das zweite Obergeschoss wurde komplett entkernt, ein großer Glaswintergarten errichtetet und wir stellten die Farbfassungen aus der Bauzeit in adaptierter Form wieder her. Holzdielenböden, historische Türen, und Wandheizungen sorgen für ein gemütliches Wohnen.

Jedes Jahr Anfang November öffnet der Laden zum Lebkuchenverkauf. Aus unserer Sicht sind das handwerklich gemachte Lebkuchen auf höchstem Niveau nach altem Familienrezept und sehr zu empfehlen.

Skizzen & Grundrisse

  • Ansicht Garten mit Aufstockung
  • Ansicht Straßenseite mit Laden
  • Grundriss Dachgeschoss
  • Grundriss Obergeschoss
  • Grundriss Erdgeschoss mit Laden
  • Schnitt

Daten & Fakten

Leistungsschwerpunkt
Instandsetzungen / Bauwerksanalyse + Untersuchung, Energetische Modernisierung, Neuerrichtungen
Ihr Geschmack
Historisch, Ländlich
Gebäudetyp
Einfamilienhäuser, Gewerbe und Sonstige Gebäude
Bruttobaukosten
75.000- 250.000 €
Nutzfläche
10- 200 m²
Gebäudealter
1880- 1910
Energetische Versorgung
Gaszentral-/Brennwerttechnik
Leistungsumfang
Lph 1-8 HOAI
Konstruktionsart des Entwurfs
historische Massivkonstruktion
Planungs- und Bauzeit
0,5-1 Jahr(e)
Bauherr
WEG

Standort des Projekts

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blauhaus Architekten BDA

Campestraße 10, 90419 Nürnberg, Deutschland
E: mailblauhaus.LÖSCHEN.net
T: 0911 - 393 735 80

Wir bearbeiten im Projektgeschäft folgende Sprachen: Englisch, Russisch, Kurdisch

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