Kunden & Freunde - Peter Link -

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Peter Link

Peter Link: Ich heiße Peter Link, und bin vor etwa 20 Jahren zum Vorsitzenden dieses Vereins gewählt worden. Unsere Mitglieder sind offenbar mit dieser Wahl seither so zufrieden gewesen, dass ich seither regelmäßig alle zwei Jahre wieder gewählt worden bin. Damit bin ich in der langen Reihe der Vorstände dieses Vereins schon fast ein Fossil. Und unsere Gesellschaft hat schon eine sehr lange Geschichte, wir feiern am Samstag immerhin unser 200-jähriges Jubiläum.

Sind Sie eigentlich Historiker?

Nö, aber ich habe mich ein bisschen mit der Geschichte vertraut gemacht. Ich muss eins dazu sagen: Ich habe in einem früheren Leben mal bei der Polizei gearbeitet. Ich war zuletzt Vizepräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Sind sie als Vorsitzender dieses Vereins rein technisch auch der Vermieter?

Ich bin der Hausherr.

Der Hausherr, der die Mieter aussucht.

Zusammen natürlich mit meinen Vorstandsmitgliedern.

Und dann haben Sie irgendwann beschlossen, Herrn Kreibich reinzulassen.

Das Haus ist ziemlich heruntergewirtschaftet gewesen, weil kein Geld da war. So eine Immobilie ist ein Fass ohne Boden. Wir hatten damals, bevor hier im ersten Stock die Anwaltskanzlei rein kam, ein Fotostudio in diesen Räumen. Die haben die schönen alten Wände teilweise mit schwarzen Tüchern abgehängt, wegen der Lichtverhältnisse. Da war es natürlich für uns wichtig, Nachmieter zu finden, die Freude an dem ganzen Ambiente hier haben.

Dann haben Sie sich quasi Herrn Kreibich ausgesucht, weil er Architekt ist?

Das kam noch ein Stück später. Wir haben versucht, das Haus zu erhalten und haben unten im Hochparterre eine Gastronomie gehabt mit zum Teil unsäglichen Pächtern. Als eines Tages unten eine Renovierung anstand, tauchte Herr Kreibich auf. Ich bin an ihn gekommen über die damaligen Pächter. Das waren ein Profikoch und zwei Gastronomie-Amateure, die sich da unten betätigt haben. Eines Tages kamen sie plötzlich zu uns und sagten, sie müssten Renovieren und sie hätten da einen Architekten gefunden, der ihnen ein Farbmodell entwickelt hat. Sie haben gefragt, ob sie das mal im Vorstand zeigen dürfen. Kreibich kam und hatte ein Pappdeckelmodell mit Farbmustern gebaut. Man konnte durch die Türen schauen und sehen, wie es wirkt. Anschließend haben wir ihm den Auftrag erteilt, die Räume zu Renovieren, ein Farbschema zu erstellen. Dabei hat sich gezeigt, dass man selbst bei persönlich guter gleicher Wellenlänge erst mal die gleiche Sprache finden muss. Für einen Normalsterblichen mit einem Architekten zu reden, ist gewöhnungsbedürftig.

Wie meinen Sie das?

Man glaubt, die gleichen Begriffe zu verwenden, meint aber etwas völlig anderes. Das Vorhaben stand unter Zeitdruck, wie immer, es sollte eine Hochzeit sein. Die Pächter hatten eine Hochzeit bereits gebucht. Die Räume waren fertig, neues Parkett wurde verlegt und vieles mehr. Kreibich war ganz stolz auf den Farbanstrich und die Art der Gestaltung. Als dann die Hochzeit vorbei war, kam ich mit meiner Frau zur Abnahme der Räume. Ich komme in den ersten Raum rein und sage: „Mächte der Finsternis, das sieht ja aus wie eine Bahnhofshalle. So habe ich mir das nicht vorgestellt.“ Daraufhin ist alles neu gestrichen und der Boden ist wieder abgeschliffen und hell gemacht worden. Der Architekt und ich hatten geglaubt, vom gleichen zu sprechen, haben aber völlig andere Vorstellungen gehabt.

Und haben sich darüber dann aber letztlich angenähert…

Natürlich, wir haben gerungen, wir haben Farbbücher gewälzt, wir haben versucht, unsere Sprache aneinander anzupassen. Es geht nicht anders. Es gibt ja Auftraggeber, die sagen „mach irgendwas, Hauptsache, es schaut ordentlich aus.“ Das sind die, die sich auch vom Einrichtungshaus das Wohnzimmer einrichten lassen. Unser Herz hing an diesem Haus, da wollten wir schon mitreden.

Wo haben Sie schließlich Ihre Gemeinsamkeiten gefunden?

Er hat das Haus in sein Herz geschlossen. Ich habe vorher schon Architekten gesucht, wobei ich dazu sagen muss: Jeder vernünftige, intelligente Architekt lehnt eine Sanierungsmaßnahme wie diese hier ab. Weil er sagt: „Das können Sie mir gar nicht zahlen, was ich hier an Zeit investieren muss.“ Aber bei ihm war es anders, er ist mit reingewachsen. Dann hat er irgendwann gesagt, dass er ja selbst in das Haus einziehen könnte. Da habe ich glänzende Augen bekommen.

Den Sanierer ins Haus zu holen – besser…

Richtig, besser geht es gar nicht. Und, dass er Interesse daran hat, seine eigene Hütte schön herzurichten, ist eine ganz normale Geschichte.

Was zeichnet das aus, was er macht, oder was blauhaus macht?

Er ist einerseits ein sehr moderner, künstlerischer Typ, manchmal auch sprunghaft in seinem Denken, manchmal nicht ganz leicht an der Leine zu halten. Auf der anderen Seite ist er von dem was er tut überzeugt. Er besitzt die Fähigkeit zu begeistern. Man muss nur höllisch aufpassen, dass man sich von dieser Begeisterungsfähigkeit nicht zu sehr anstecken lässt, sonst wird’s teuer.

Teuer und gut.

Er besitzt die ungeheure und faszinierende Fähigkeit, dass er bisher bei uns jeden Kostenvoranschlag eingehalten hat. Wir haben während der 1,5-Millionen-Mark teuren Generalsanierung auch die Füße des Hauses trockengelegt, nachdem wir beinahe wie die Arche Noah weggeschwommen wären, in den Grundwasserströmen, die vom Burgberg zu uns runterlaufen. Er hat das Budget eingehalten und alle zwei Wochen eine Teilrechnung geschrieben, so dass wir stets wussten, wie viel Geld wir noch hatten. Es war einfach toll, wie er es gemacht hat.

Transparenz und Dialogbereitschaft – ein Markenzeichen von blauhaus?

Natürlich. Man muss alles permanent miteinander besprechen können. Das hat Vorteile für beide Seiten. Er ist Künstler genug, um davonzugaloppieren, wenn die Zügel zu locker sind. Da muss man als Auftraggeber schon irgendwann sagen können: „Zwischenstopp“.

Er bietet das auch an, er lässt es zu.

Ja. Sie müssen jemanden finden, der sich einerseits der Verantwortung für das Baudenkmal bewusst ist aber andererseits die Fähigkeit besitzt, den Bedürfnissen der Zeit gerecht zu werden. Wenn sie das nicht haben, ruinieren sie das Haus und müssen mit dem Denkmalschutz kämpfen. Das mussten wir dank der hervorragenden Zusammenarbeit nicht.

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