Mathias Kreibich -

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  • Bild: Mathias Kreibich Architekt BDA
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Mathias Kreibich

Architekt BDA

Mathias Kreibich, 46, ist Architekt aus und mit Leidenschaft. Als Chef von blauhaus ist er nicht nur an allen Projekten beteiligt, sondern definiert den Stil seines Unternehmens. Der ist transparent, ehrlich und lösungsorientiert. Das ist nicht immer der einfache, aber immer der richtige Weg.

Wer bist Du, in einem Satz formuliert?

Mathias Kreibich: Wer ich bin, in einem Satz? Ich bin Architekt, Vater und baue gern.

Was ist das Wichtigste, das Du bei blauhaus tust? Welche Aufgabe übernimmst Du hauptsächlich?

Schauen, dass nichts anbrennt.

Das glaube ich nicht, dass das alles ist.

Das ist eine der wichtigsten Funktionen, die man als Chef haben muss. Das war früher leichter. Da habe ich meine zwei bis drei Projekte gemacht und dann war es das. Da brauchte ich mich nur um mich selbst kümmern. Das ist heute schon ein bisschen komplexer geworden.

Wie viele der Projekte leitest Du selbst oder bist mindestens involviert?

Alle. Ich bin in alle Projekten involviert.

Welche konkreten Arbeitsschritte übernimmst Du?

Es läuft so, dass wir vorher besprechen, wie wir es machen und die Kollegen arbeiten dann so, wie wir es gemeinsam festgelegt haben. Nur bei Irritationen und Problemen gibt es Rückkopplungen.

Aber die Kreation ist gänzlich bei Dir?

Ja fast. Wir haben noch nicht das Glück gehabt, einen Kreativen zu finden. Es ist schwierig. Ich weiß nicht, woran es liegt.

Was kannst Du am Besten?

Probleme lösen.

Welcher Art?

Alle. Komplizierte Systeme einfach darstellen. Leute zusammenbringen und dazu motivieren, dass etwas Gutes rauskommt.

Auf welches Projekt bist Du besonders stolz?

Auf die Bibliothek.

Warum?

Erstmal ist es eine schöne Geschichte, wie wir zu dem Kunden gekommen sind. Dann die Kunden selbst: Sie wollten etwas ganz anderes, haben sich führen lassen und sich treiben lassen. Die Arbeit an sich, bis es zu dem gekommen ist, was wir da gebaut haben, war spannend. Der Weg dorthin, die Idee und die Vision, das plötzlich umzusetzen. Dass man jemanden hat, der sagt: „Ich mache das jetzt.“

Ist das etwas, das typisch für blauhaus ist? Diese Art, mit dem Kunden in einen Dialog zu treten?

Wir waren vor 15 Jahren schon etwas schwarz-weißer. Heute sind wir etwas grauer, also vielschichtiger. Wir finden in vielen Fällen einen Konsens. Weil wir einfach von vornherein schon verschiedene Sachen nicht anfassen, wovon wir sagen: „Das wollen wir nicht.“ Wir schließen manche Kunden vorher aus. Bauträger oder dubiose Typen, die rumeiern, sind nicht unser Thema. Vor acht Wochen war eine Frau hier. Sie will ihr Haus bauen. Ich gehe also früh hin und quatsche mit ihr zwei Stunden, gehe durchs ganze Haus, erkläre alles. Dann sagt sie: „Wir haben da noch zwei andere Architekten, mit denen wir noch durchgehen wollen.“ Darauf ich: „Mach das doch!“
Sie hat sich nach vier Wochen per Mail wieder gemeldet: „Wir könnten uns vorstellen, mit Ihnen zu arbeiten, wenn Sie uns noch die und die Kosten bringen für die und die Punkte.“ Dann habe ich mich hingesetzt und gedacht „Willst du das?“ Ich habe ihr zurück geschrieben: „Aus meiner Erfahrung heraus glaube ich, dass Projekte, die so geeiert anfangen auch geeiert zu Ende gehen. Ich bin nicht der richtige Mann für Sie. Sie brauchen jemand anderes.“ Entweder man will das oder man will nichts.

Eine Haltung, die man sich erst einmal erlauben muss.

Nee, das habe ich vom ersten Tag der Bürogründung an gemacht. Das liegt natürlich an meiner DDR-Geschichte. Wir sind jeden Tag aufgestanden mit Tod oder Leben, ja oder nein. Da gab es nur dagegen oder dafür. Wir kriegen das heute schon hin, mit gewissen Kunden zu arbeiten.

Also Kundennähe mit absoluter Wahrheit als Grundlage?

Ja, die Kunden nehmen das auch an, weil ich nie Theater mache. Ich lege die Karten am Anfang auf den Tisch. Offenheit ist immer besser, auch wenn es weh tut. Ich mache es nicht, dass ich eins nach dem anderen raushole. Da habe ich überhaupt keine Toleranz.

Ist das auch etwas blauhaus-typisches, diese Weitsicht von Anfang an?

Das liegt auch ein bisschen an der Geschichte. Ich habe das Büro während des Studiums aufgemacht. Ich hatte ja keinen Chef, wo sollte ich etwas lernen? Also habe ich alles möglichst gründlich gemacht. Dadurch hast du natürlich immer ein bisschen mehr Wissen und dann wird es meistens auch ein bisschen teurer, wenn du genauer hinschaust und das muss man den Kunden am Anfang sagen.

Aber das erwarte ich doch prinzipiell von einem Architekten.

Das Image der Architekten ist prinzipiell schlecht. „Bringt nichts, aufwendig, kann man sparen, verdienen ein Haufen Geld.“ Das Image der Architekturbüros ist einfach kaputt. Insofern werden 90-95% aller Häuser vom Bauträger selbst gebaut. Die klassische Architektenarbeit, das Haus bauen wie vor 100 oder 50 Jahren, machen nur noch wenige. Der Markt ist zusammengebrochen. Es liegt auch an der Ausbildung, an der fehlenden wirtschaftlichen und zu stark künstlerisch-gestalterischen Orientierung.

Ist es nicht auch wichtig, sich eine abstrakte Vorstellung zu machen von Architektur, von Raum, von Gestaltung?

Natürlich. Aber bei uns normalen Architekten, uns Baumeistern, wird immer auf das Geld geschaut. Da musst du irgendwie sehen, dass du mit dem Geld zurecht kommst. Wenn die Qualität dann noch über dem Durchschnitt ist, dann passt es. Du findest keinen Kunden, der sagt „Ich habe ein super Objekt, hat zwar eine halbe Million mehr gekostet, ist mir aber egal.“ Wir haben auch für Stiftungen gebaut, für die IHK oder die Stadt Nürnberg. Das Geld spielt die dominante Rolle. Es dominiert den gesamten Prozess und es macht den Prozess natürlich auch eng.

Wie sieht denn Dein Traumhaus aus?

Es hat verschiedene Zonen. Was Lehmiges, was Erdiges, etwas Kleines. Wohin ich mich je nach Zustand zurückziehen kann.

Also eher ein Gefühl?

Ja, kein Bild.

Hast Du das oder kommt das noch?

Ich baue nicht mehr für mich selbst. Ich habe mir einen Wintergarten angebaut an mein altes Haus und da habe ich die Krise gekriegt. Ich hatte eine völlige Blockade und zu meiner Frau gesagt: „Ich besorge mir jetzt einen Architekten, der das macht.“

Was machst Du in der Freizeit, wenn Du gerade nichts baust?

Ich beschäftige mich mit den Kindern. Mit drei Kindern hast du schon Arbeit. Mit Freunden gehe ich gerne segeln. Ich habe auch ein Atelier, um ein bisschen zu malen. Außerdem versuche ich dreimal die Woche Sport zu machen aus Vernunftgründen.

Welche Art Bilder malst Du?

Es ist der Ansatz, unverarbeitete Dinge abzumalen. Innere Bilder wegzumalen. Ganz gegenständlich, in Öl.

Und das klappt?

Ja, es wühlt aber eher wieder auf.

Das klingt jetzt sehr abstrakt.

Na ja es ist so, als ich kein Atelier hatte, habe ich mehr gemalt. Weil ich immer zu einem Maler in die Lehre gegangen bin. Da hatte ich einen festen Termin, bin immer am Donnerstag um fünf Uhr hingegangen. Dort habe ich etwas geschafft. Seit ich ein Atelier habe, kann ich ja jeden Tag gehen, gehe aber nicht. Jetzt habe ich überlegt, ob ich wieder zu dem dem Maler in die Lehre gehe.

Zum Ende noch ein kleines Spielchen. Ich schmeiße Begriffe rein, und Du schmeißt assoziativ welche zurück, ohne groß darüber nachzudenken.

Altbau:  Neubau

Nürnberg:  Berlin

Bauhaus:  blauhaus

Burj el Arab:  Orient würde ich sagen, Süßigkeiten, Türkei, Palast.

Das ist der Dubai-Turm. Irgendwie kennt den Namen doch keiner. Ich dachte, alle Architekten sagen: „Ach ja!“

Na ja, das ist glorifizierte Hochglanzarchitektur.

Architektur:  Architektur ohne Architekten

Mathias Kreibich:  blau

OK, ich bin durch. Ich auch.

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