Zur Abwechslung mal den Burggraben fluten …

Lustige und erst gemeinte Ideen und Anregungen zur Stadtentwicklung: Die neue Reihe „20x20“ von Baulust e. V.

„20x20“ nennt sich ein neues Format im Spannungsfeld zwischen Vortrag und Party, das die Initiative Baulust e. V. ins Leben gerufen hat.

Die Regeln sind hart, aber fair: „Zwanzig Bilder á 20 Sekunden, wenn´s schwarz wird, ist es vorbei!“ „Pecha-Kucha-Format“ nennt sich diese inzwischen international angesagte Vortragsform (japanisch für „Stimmengewirr, wirres Geplauder“ wider dem „Death by Powerpoint-Syndrom“ - man lernt echt nie aus), die verhindern soll, dass Dozenten überziehen und das Publikum sanft entschlummert.

Doch wie sollte Langeweile hier eine Chance haben? Genau sieben Minuten dauert jeder Vortrag im vollbesetzten Luitpoldsaal der Stadtbibliothek: 20 Sekunden Aufwärmen, sechs Minuten 40 Sekunden Show, bei der die Bilder automatisch wechseln und dem Vortragenden schon mal davonrennen.

Wie immer bei Baulust geht es um Architektur, genauer um gebaute und nichtgebaute Umwelt in Nürnberg. So vielfältig wie das Thema sind auch die einzelnen Kurzbeiträge: Originelles wie die Geschichte über die Gostenhofer Kirche St. Anton und wie sie ihren blauen Anstrich bekommen hat wechselt sich ab mit mal mehr mal weniger spannenden Bauprojekten lokaler Architekturbüros.

Während die einen das Podium zur Eigenwerbung nutzen, spielen andere mit den Möglichkeiten.

Den Vogel schießt Michael Stößlein ab: Sein ironisches Plädoyer, den Burggraben zu fluten, wird mit lustigen Fotomontagen visualisiert. Angler an der Burgmauer, ein Wasserfall am Tiergärtnertor und Unterwasser-Glasfenster in der U-Bahn-Station Opernhaus – Stößlein referiert todernst und schleicht mit einem breiten Grinsen zurück zu seinem Platz.

Kurzum: Ein launiger Auftakt für eine kurzweilige neue Vortragsreihe, die an wechselnden, sich gerade im Umbruch befindlichen Orten stattfinden wird und mit DJ-Set vorneweg und hinterher Partycharakter erhält. Für die nächsten Termine kann man sich als Referent bewerben.

Quelle: Nürnberger Nachrichten

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