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Kleinod zwischen den Fronten

Hotels in denkmalgeschützten Gemäuern haben für ihre Gäste oft einen eigenen Charme und bieten ihren Betreibern damit echte Standortvorteile gegenüber den Ketten. Bei Umbauten haben sie es allerdings schwer.
Von Armin Leberzammer

Zeit, Energie und Geduld, das ist auch nach Ansicht von Sabine Powels unbedingt erforderlich, wenn man in einem denkmalgeschützten Hotel etwas verändern möchte. Sie hat ihr Hotel Victoria in der Nürnberger Altstadt in den vergangenen Jahren kontinuierlich modernisiert.
„Aber bei jedem Fenstergriff und jedem Farbton will die Denkmalschutzbehörde mitreden“, erzählt sie. Sie empfiehlt    Hoteliers in der gleichen Situation, den  Architekten unbedingt in das Genehmigungsverfahren einzubinden. „Der kostet zwar dann mehr, nimmt aber auch  viel ab. Und der direkte Kontakt zwischen ihm und den Ämtern ist einfach erfolgversprechender“.

Langjähriger Partner von Powels ist Mathias Kreibich und sein Team vom blauhaus Architekten in Nürnberg. Er stellte die Umbauten und die Modernisierung von Beginn an unter das  Motto: Historisches erlebbar machen. „Es ist wichtig, ein langfristiges auf 20 Jahre ausgelegtes Gesamtkonzept zu erarbeiten“, meinte der Architekt. An diesem orientiert köönte man dann kurzfristige mehrstufige Baumaßnahmen umsetzen. Allerdings warnt er davor, zu tief in die Planung einzusteigen ohne sich frühzeitig mit dem zuständigen Denkmalschutzbehörden abzusprechen.

Je genauer man sein eigenes Haus kennt, umso bessere Argumente hat man später, wenn die Beamten vom Landesamt für Denkmalpflege zum ersten Ortstermin vorbeischauen. Der erste Schritt dafür ist laut Mathias Kreibich die exakte Kartierung des gesamten Gebäudekomplexes anhand alter Baupläne und durch Aufmessen aller Räume und Fassaden. Daran schließt sich die historische Recherche in Archiven an. „So haben wir uns die entscheidende Basis erarbeitet und sahen, wie das Haus früher funktioniert hat“, berichtet Kreibich. „Wir wussten dadurch, wo wir angreifen müssen um das Hotel entsprechend seiner Historie entwickeln zu können“.

Kompromissbereitschaft gefragt
Auch mit der Entwicklung des Brandschutzkonzeptes sollten Bauherren „bloß nicht zu spät“ beginnen,  rät er, sonst droht ein Chaos. Wenn später Konflikte zwischen Eigentümern und Behörden entstehen, ist man zu spät dran. Dass alle Seiten dabei oft lange miteinander ringen, sei normal. Doch am Ende müsse ein für alle tragfähiger Kompromiss stehen. So wie bei den nächsten Umbauten im Hotel Victoria: Statt der bisherigen Steildächer im Innenhof, darf Sabine Powels dort Flachdächer errichten und schafft so Raum für sieben neue Appartements.

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