IHK Akademie: Weiterbildung soll Spaß machen

Modernisierung des Gebäudes ermöglicht praxisnahen Unterricht – Krise lässt Fortbildungseifer nicht schrumpfen

Wer heute im Beruf erfolgreich sein will, kann sich Stagnation nicht leisten – das ist die Überzeugung der IHK Akademie Mittelfranken. Deshalb erweitert sie nicht nur stetig ihr Programm, auch eine Modernisierung für 3,2 Mio. € soll das Lernen angenehmer machen.

Die Drehtür spuckt ein Dutzend junger Leute in die lichtdurchflutete Eingangshalle, einige sind ins Gespräch vertieft, andere lachen. Sie fühlen sich sichtlich wohl in der modernisierten Akademie. Auch Jochen Raschke, Leiter des Hauses, ist zufrieden mit dem Ergebnis der von der IHK finanzierten Umbaumaßnahme, die im Februar dieses Jahres ihren Anfang nahm und nun beendet wurde. „Viele von den Menschen, die sich hier fortbilden, sitzen von morgens an in der Arbeit, abends kommen sie dann zu uns. Da sind eine anständige Klimaanlage und gut ausgestattete Seminarräume kein Luxus, sondern ein Muss.“

Freilich hätte der Freistaat die Modernisierung nicht mit 500 000 € gefördert, wenn ausschließlich größerer Komfort und ein hübscheres Ambiente auf dem Plan gestanden hätten. Aber es ging um mehr: Zum Beispiel sind die Räume jetzt flexibel teilbar und damit verschieden nutzbar. Das ist nicht nur praktisch, sondern entspricht auch einer veränderten Lehrauffassung – weg vom Frontalunterricht, hin zu mehr praxisorientierter Arbeit in kleinen Gruppen.

Denn anders als man gemeinhin denkt, werden in der IHK Akademie nicht nur Prüfungen abgenommen. Natürlich ist das ein wichtiges Standbein der 1988 unter dem Namen „Zentrum für Weiterbildung“ gegründeten Einrichtung – allein im vergangenen Jahr haben 3500 Personen hier ihr technisches oder kaufmännisches Wissen unter Beweis gestellt. Aber in der Walter-Braun-Straße im Nürnberger Norden werden bei Bedarf auch individuelle Fortbildungen für Firmen entworfen, zudem bietet die Akademie Dutzende Seminare und Zertifikatslehrgänge an.

Auch Personen, die keiner der derzeit 120 000 Mitgliedsunternehmen angehören, können sich hier zum Beispiel in neuen Technologien, Personalfachthemen, der Persönlichkeitsbildung oder dem IT-Bereich weiterbilden.

Teilnehmerzahl steigt stetig

Und das Interesse daran steigt stetig: Der Krise zum Trotz verzeichnet die Akademie im Vergleich zum vergangenen Jahr einen Anstieg der Teilnehmerzahlen im zweistelligen Bereich. Karlheinz Friebe, stellvertretender Leiter des Hauses, weiß warum: „Wer heute einen Beruf erlernt, verfügt nur über die Basis seines späteren Tuns. Jeder Bereich entwickelt sich aber permanent weiter. Wer da stehen bleibt, verliert den Anschluss – das wissen auch unsere Kunden.“ In 90 Prozent der Fälle melden sich die Teilnehmer daher nicht auf Wunsch des Unternehmens, sondern aus eigenem Antrieb heraus für eine Weiterbildung an.

Einer Umfrage der Dachorganisation unter Ehemaligen zufolge würden das drei Viertel auch wieder tun. Sie geben an, beruflich und finanziell davon profitiert zu haben. Freilich hat eine solche Investition in die Karriere ihren Preis. Nicht nur, dass Unternehmen die Kosten, die bei mehrjährigen Fortbildungen in die Tausende gehen können, nicht immer übernehmen. Die zusätzlichen Stunden außer Haus gehen häufig auch auf Kosten des Privatlebens.

Friebe kennt das aus eigener Erfahrung und weiß, dass es ohne die Unterstützung des Umfelds nicht geht: „Eine Weiterbildung verlangt den Teilnehmern, aber auch deren Familien einiges ab. Ich wünsche mir daher viel Verständnis, aber auch mehr Anerkennung für diese Leistung. Das haben sich die Männer und Frauen verdient.“

Quelle: Nürnberger Nachrichten

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