Die Kirche im Stadtteil erhalten

Im Jahr 2010 feiert St. Anton Geburtstag, dann wird die Pfarrkirche in Nürnberg-Gostenhof 100 Jahre alt.

Damit auch wirklich gefeiert werden kann, muss das Gotteshaus erst einmal einer umfassenden Sanierung unterzogen werden. Drei Bauabschnitte sind geplant, 1,2 Millionen Euro sind für die Außenrenovierung veranschlagt. „Bis zum Fest soll alles fertig und bezahlt sein“, hofft Gemeindepfarrer Andreas Müller.
Nach Abzug aller Zuschüsse muss die Pfarrei St. Anton 300 000 Euro aus Eigenmitteln aufbringen. „Ein Betrag, der die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde übersteigt, wendet sich der Pfarrer in einem Faltblatt an alle, die mit dem Stadtteil und der Kirche verbunden sind: „Helfen Sie mit, ein Stück Gostenhof zu erhalten“! Erst 2004 feierte die Gemeinde den Abschluss einer aufwändigen Innensanierung. „Hier war der Leidensdruck groß“, blickt Müller zurück, die Gemeindemitglieder wollten, „dass die Kirche schön wird“. Das ganze Ausmaß der anstehenden Außenrenovierung sei damals noch nicht absehbar gewesen.
Dombaumeister Prof. Josef Schmitz hatte die Pfarrkirche St. Anton, angelehnt an den romanischen Baustil, entworfen und von 1908 bis 1910 gebaut. Abgesehen von der Beseitigung der Kriegsschäden und kleinerer Reparaturen wurde das Gotteshaus in all den Jahren außen nicht restauriert.
Seit April sind Turm und Nordfassade eingerüstet, die Fahrt mit dem Außenaufzug bis hinauf zum Glockenstuhl erschließt die Schäden: der Putz blättert ab, an den Mauervorsprüngen dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, Fenster und Dach sind undicht. Eine „mangelhafte Wasserableitung“ habe der von der Gemeinde beauftragte Bausachverständige als Hauptproblem ausgemacht, teilt Müller mit.
Den Auftrag für die Instandsetzung von Dach, Fassaden, Skulpturen und Glasfenstern erhielt das Büro „blauhaus-architekten“.

In diesem Jahr sollen die West- und Ostseite in Angriff genommen werden, mit der Südseite für 2008 wäre die Runderneuerung der Außenhaut abgeschlossen.
Mit der Spendenbüchse in der Hand gingen ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrei vor wenigen Tagen in Gostenhof von Haus zu Haus. Auf mehrsprachig bedruckten Wurfzetteln hatte die Gemeinde vorab auf die Haussammlung aufmerksam gemacht: Schon mit einem Euro könne man die Baumaßnahme unterstützen.

Schuhe putzen für die Kirche

Zum Erhalt der Kirche wurde Ende letzten Jahres ein Förderverein gegründet, in dem sich, so Pfarrer Müller, derzeit 44 Frauen und Männer engagieren. In jedem Monat will die Gemeinde eine Aktion zugunsten der Renovierung veranstalten. So lud die Jugend im März zu einem Benefiz-Brunch ein, im Juni will Pfarrer Müller mit einem Team in der Fußgängerzone Schuhe putzen und beim Pfarrfest im Juli können Dachziegel für die Kirche gesponsert werden. Gemeindemitglieder bringen ihre Talente ein und bieten gegen Spenden Nachhilfeunterricht oder Babysitterdienste an oder backen Kuchen für Familienfeiern.
Pfarrer Müller baut auf die Solidarität der Gostenhofer und hofft auf Unterstützung über die Stadtteilgrenzen hinweg. St. Anton sei eine lebendige Kirche, in der die Ökumene groß geschrieben werde und in der die unterschiedlichsten Nationalitäten ein Zuhause gefunden hätten, eine Gemeinde, die sich auf vielfältige Weise sozial betätige, wie mit der Ausgabestelle der Nürnberger Tafel für Bedürftige. Damit St. Anton auch in Zukunft eine Stätte der Einkehr und Begegnung sein könne, „braucht es ein solides Haus und ein festes Dach über dem Kopf“.

Quelle: Kirchenzeitung , Ausgabe 17

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