Die Biografie von Mathias Kreibich zeigt die Gründe, warum er am Ende eines langen Weges Architekt in Nürnberg geworden ist. Geschichte, Architekturbüro, architect, Architekten, Planungsbüro, Entstehung

Vom Bauhaus zum blauhaus

Die Biografie von Mathias Kreibich zeigt die Gründe, warum er am Ende eines langen Weges Architekt in Nürnberg geworden ist.

Ich wurde 1964 in Thüringen geboren und „nicht im Maurerkübel“ entbunden, wie mein Patenonkel scherzhaft meinte. Er – Maurer seines Zeichens – war es auch, der mich zum Bau brachte. Ob gemeinsam mit den Dorfbewohnern ein Haus errichten oder später das erste Taschengeld durch Arbeit auf der Baustelle verdienen: das Bauen wurde meine Welt. Aus heutiger Erinnerung war Bauen für mich: frische Schlachtschüssel, Bier und guter Lohn für Knochenarbeit.
Bau war aber auch: warten auf Material, Ideen haben und Lieferengpässe umschiffen,  sich Lösungen überlegen. Kreativität und Zuverlässigkeit waren gefragt. Ich glaube, dass ich spätestens mit 14 Jahren begriff, wie wichtig diese Dinge für mich waren: Der Bau wurde meine Bühne.
Mit 16 ging ich ins Internat und erlernte, wie erwartet, einen Bauberuf mit Abitur. Ich begann zu zeichnen und litt unter dem Zerfall der historischen Städte, insbesondere der gotischen Kirchen in Berlin und Brandenburg.

blauhaus Bürobroschüre

Architektur heißt manchmal auch:
auf Trümmern bauen

Nun wollte ich voller Begeisterung die Welt retten. Es sollte aber nur zu den Städten reichen: Das Bauhaus in Weimar war mein großes Ziel. Architektur und Stadtplanung, die Instrumente zur Sanierung der Innenstädte. In einem leidenschaftlichen Einstellungsgespräch mit mathematischen und zeichnerischen Tests bekam ich einen von nur 20 begehrten Studienplätzen für das Jahr 1985.

Bauhaus Weimar, Van de Velde BauWas sollte ich aber mit dem Wartejahr nach Abschluss des Abiturs anfangen? Die Antwort war schnell gefunden: Ich ging als Bauhelfer nach Berlin. Ich kannte jemanden, der kannte jemanden und schon fand ich mich in einer Baubrigade im Dreischichtsystem wieder und baute an der so genannten „Frontstadt“ mit. Das war so lehrreich wie erdrückend. Schließlich, als wir die bulgarische Botschaft am Checkpoint Charlie errichteten, war mir klar, dass mir hier die Welt zu eng wurde. Aber das Bauhaus wartete auf mich, also blieb ich.
Nach einem Jahr des Studiums und ersten eigenen Lebensvorstellungen, zog ich in ein zerfallenes Haus – und sanierte es. Der Preis dafür war hoch: Die politische Exmatrikulation vom geliebten Bauhaus. Politischer Freisinn war verdächtig! Doch man gab mir eine „zweite Chance“.

Originalwerkzeug vom Inhaber Mathias KreibichSo ließ ich mich bei einer Baugenossenschaft anstellen, sanierte Häuser, und der Polier schrieb jeden Monat einen Brief an die Hochschule.

Mit der Motivation die Altstädte des Ostens zu retten, schloss ich die Maurerlehre ab, was sich immer wieder in meinem Leben als sinnvoll erweisen sollte. 1987 durfte ich zwar weiter studieren, stand jedoch unter Beobachtung. Das führte dazu, dass ich nach freien Meinungsäußerungen 1988 endgültig exmatrikuliert wurde. Das kam einem Berufsverbot gleich. Meine Zukunft lag in Trümmern. Ich beschloss, meine Situation grundlegend zu ändern und ich entschied mich für eine Flucht aus dem Land. Ich unternahm an der Grenze zu Jugoslawien und Ungarn einen Fluchtversuch und wurde inhaftiert. Im August 1989, drei Monate vor dem Mauerfall, wurde ich durch die Bundesrepublik freigekauft. 

Auf der Suche nach mir
selbst in Nürnberg

Mein Weg führte mich nach Nürnberg. Hier arbeitete ich zunächst als Bau- und Abbruchhelfer und Maurer. Mein größtes Interesse galt jedoch vom ersten Moment an dem Reichsparteitagsgelände. Es ergab sich eine Anstellung als Bautechniker in einem Nürnberger Architektenbüro.

Mein zweiter BauherrWas wie eine berufliche Zielankunft anmutete, zeigte sich als Beginn einer erneuten Veränderung: Ich nahm an der Fachhochschule Nürnberg mein Architekturstudium wieder auf. Gleichzeitig arbeitete ich als Wettbewerbsstudent in verschiedenen Büros in Nürnberg und begann Anfang der Neunziger damit, marode Häuser in meiner alten Heimat zu sanieren.

Architekt in Nürnberg:
Die Idee „blauhaus“ entsteht

Im Jahr 1994 beschloss ich, meine Diplomarbeit über das Reichsparteitagsgelände zu erstellen.

Ich vermisste eine für dieses Objekt längst überfällige Gesamtkonzeption. Nach Recherchen und wochenlangem Arbeiten im Archiv und am Zeichenbrett wurde die Diplomarbeit nach der Fertigstellung kritisch gewürdigt. Sie brachte im Stadtrat den Stein mit ins Rollen, der schließlich u.a. zum Wettbewerb für das Dokumentationszentrum führte.

Arbeit am Diplom 1994

Privatpersonen, die optimistisch genug waren einem Absolventen ihr Geld und ihre alten Häuser anzuvertrauen, kamen durch die Sogwirkung der Diplomarbeit auf mich zu. Die Idee für mein eigenes Architekturbüro entstand: Das war die Geburtsstunde von „blauhaus“ - Büro für Baukunst.

Architektur mit Markenzeichen: blauhaus wird zum Markenwert

Später entstand die Notwendigkeit, aus dem Architekturbüro die Marke „blauhaus“ zu entwickeln. Ich gelangte immer mehr zu der Ansicht, dass der Kern des Unternehmens stärker herausgearbeitet werden müsste. Ich ließ beim Deutschen Marken- und Patentrecht die Marke „blauhaus“ schützen. Meine Vision für die berufliche Zukunft des Unternehmens wurde dadurch manifestiert. In den Jahren 1998 bis 2005 verdichtete es sich, dass wir vornehmlich im Bestand bauten. Hier lagen von Anfang an unsere nachweisbaren Kernkompetenzen.
Seitdem sind über 20 Jahre vergangen. Ich habe Veränderungen stets als Fortschritt betrachtet. Sie haben mich frei gemacht, die Dinge mit meinen Auftraggebern im Team so zu tun, wie sie es wert sind.

Übrigens: Das Bier und die Würste sind in Franken genauso gut wie in Thüringen und: Ein Bau bleibt ein Bau – auch hier.

Kompetenz heißt, an den Dingen leidenschaftlich arbeiten. Lernen Sie unsere Kernkompetenzen auf der folgenden Seite kennen.

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