Planungs- und Ausführungszeit: 2011 - 2012, Fürth
Ich möchte Ihnen im folgenden Text mein Projekt näher bringen, das ich nach dem Beenden meines Studiums alleine betreuen werde. Mein Chef meinte, ich möge den Text doch selber entwerfen – es sei mein Projekt. Gesagt, getan!
Eine aufgegebene Gaststätte, fünf kleine Wohnungen ohne ansprechenden Grundriss (
Der Grundriss ist eine zweidimensionale Darstellung des zu planenden Objekts in abstrahierter Form.) sowie ein Dachboden, der als Abstellraum genutzt wurde – diese Grundlagen boten sich uns, als wir Architekten (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) mit unserem Projekt "Anger Sieben" in Fürth starteten. "Anger Sieben", der Projekttitel beschreibt die Lage des Bauvorhabens in der Angerstrasse 7, mitten in der belebten Altstadt Fürths, nahe dem bekannten Grünen Markt und dem Kunst-, Kultur– und Kneipenviertel St. Michael.
Das Objekt wurde 1887 als dreigeschossiges Neurenaissance-Mietshaus mit Mansarddach erbaut. Das Haus gliedert sich durch verschiedene Fassadenmaterialien in zwei Gebäudeteile, die Fassade an der Straßenecke Anger- und Ammonstraße besteht aus Sandstein, die Fassade zur Ammonstraße aus Rotbackstein. Fast schon logisch, dass dieses Füther Altstadthaus unter Denkmalschutz (
Der Denkmalschutz ist ein kultureller Schutz der Legislative und dessen Einhaltung eine der Kernkompetenzen von blauhaus.) steht.
Denkmalschutz vereint mit gemütlichem Wohnen
Als Ziel hat sich unser Architekturbüro (
Der Begriff beschreibt ein Büro mit ein, oder mehreren Angestellten, von denen mindestens ein Mitarbeiter in der Architektenkammer geführt werden...) hochwertiges Wohnen in ruhiger Altstadtnähe gesetzt. Urbaner Luxus mitten in Fürth. Die alte Gaststätte wird umgenutzt, die kleinen Wohnungen zu großzügigen 4-Zimmer-Appartements mit offenem Grundriss umgeplant. Insgesamt entstehen so fünf großzügige Wohneinheiten mit Wohnflächen zwischen 100 und 115 qm. Der Wohnraum wird durch eine neue Balkonanlage im Hinterhof in Südlage erweitert.
Ein besonderes Schmankerl entsteht im ehemaligen Dachboden. Der Dachstuhl (
Ein Dachstuhl meint eine tragende Dachkonstruktion (überwiegend aus Holz), die die Sparren und die darauf liegende Dachhaut statisch hält.) musste aufgrund starker Feuchtigkeitsschäden neu aufgebaut werden. Dadurch bot sich unserem Architekturbüro die Möglichkeit den Wohnraum zu erweitern, indem dieser um etwa acht Zentimeter angehoben wurde. Auf der Südseite erhält die Dachgeschosswohnung drei Gauben, ausgebildet als französische Balkone. Statt eines Balkons wird hier eine großzügige Dachloggia mit Blick über das Fürther Altstadtviertel errichtet. Eine weitere kleine Loggia (
Eine Loggia ist ein architektonisches Element, dass meist zu einer Seite offen und überdacht ist.) wird die nördlichen Dachflächen zieren, hier kann der Bewohner den Blick über St. Michael und die Pegnitzauen schweifen lassen.
Königsdisziplin für Architekten - Sanieren unter Denkmalschutz
Auf die Erhaltung oder Wiederherstellung der denkmalgeschützten Bauteile wird allergrößter Wert gelegt. So wird die Granittreppe mit dem filigranen Geländer saniert, die alten Dielenböden werden wieder aufgearbeitet, die denkmalgeschützten Türen und Zargen restauriert, die Dachdeckung wird in Naturschiefer ausgeführt und neue Fenster wurden nach denkmalschutzrechtlichen Auflagen gefertigt. Die EnEV (
Die EnEV ist eine Verordnung, die im Wirtschaftsverwaltungsrecht verankert ist.) Einhaltung ist selbstverständlich.
Durch die enge Zusammenarbeit, fast schon freundschaftliche Verbindung von Bauherr und Architekt, bin ich überzeugt, dass das Projekt "Anger Sieben" nach Fertigstellung die Fürther Altstadt um tolle neue Wohneineinheiten bereichern wird. Und auch ich bin um einige Erfahrungen in meiner Heimatstadt reicher.