Planungs- und Ausführungszeit: 2010 - 2012, Fürth
Der Weg, ein aufregendes Projekt zu bekommen und außergewöhnliche Architektur (
Architektur ist eine, auf Technik basierende, Kunstform und wird oft auf Grund der Namensherkunft als „Erstes Handwerk“ bezeichnet.) sanieren zu können, ist nicht immer gleich. In diesem Fall ging uns der Ruf voraus: wenn wir eine Bausumme (
Die Bausumme stellt die Versicherungssumme im Rahmen der Bauleistungsversicherung dar und ergibt sich im wesentlichen aus den Kosten für die Leist...) nennen, rechnen wir auch mit dieser ab. Um das unserem Auftraggeber klar zumachen und Vertrauen aufzubauen, verzichteten wir auf die Annahme des Architektenvertrages.
Wir beraten, führen und hören zu, wohin sich der Auftraggeber mit seinem 340 Jahre alten Schatz hinbewegt. Wir verstehen uns zunächst als Planungsbüro mit dem Auftrag, eine Idee zu entwickeln, um dieses Kleinod zu modernisieren.
Historische Architektur als eigentlicher „Auftraggeber“
Das Hausensemble, gelegen an der barocken Straßenverbindung Nürnberg-Frankfurt, beherbergt das „Silberfischla“, Fürths zweitälteste Gaststätte. Im Keller befindet sich wahrscheinlich eine Mikwe (hebr. Mikwaeh, הװקמ, Mehrzahl Mikwaot תואװקמ, von הוק, zusammenfließen, bezeichnet sowohl das Gebäude für das rituelle Tauchbad in einer jüdischen Gemeinde als auch dieses Tauchbad selbst).
Oberhalb wartet 500 Quadratmeter höchst komplexe, mit einer dichten Befundlage versehene Bausubstanz. Außergewöhnliche historische Architektur, die außergewöhnliche Sanierungsmaßnahmen erfordert. Wir führen zurzeit als Planungsbüro unter anderem Strategiebesprechungen zur Modernisierung (
Eine Modernisierung beschreibt die technische Aufwertung der vorhandenen, die Bauphysik beeinflussenden, Bauteile um Energie zu sparen und damit...) mit den zuständigen Behörden durch. Parallel werden die restauratorischen Untersuchungen durchgeführt, die Kartierung sowie die Baualterspläne. Nach Abschluss dieser Leistung werden für den europäischen Förderfond die Kostenermittlung und die Baubeschreibung des Objektes angefertigt. Es ist noch ein langer Weg, bis erste Gelder fließen um die historische Architektur (
Bei Bauwerken, die von ihrem Aussehen oder ihrer Struktur her einer vergangenen Stilepoche zuzuordnen sind und ein entsprechendes Entstehungsdatum ...) zu sanieren. Zum jetzigen Zeitpunkt werden wir das Objekt teilen müssen, da die Kosten für die Fachwerksanierung alleine vom Auftraggeber nicht zu tragen sind.