Projekte - Maxtorhof – Die Geduld des Architekten – Ersatzneubau einer Balkonanlage - Der für sechs Monate geplante Anbau einer Balkonanlage geriet zu einem schier endlosen Planungs- und Anbaumarathon.

  • Bild: Maxtorhof – Die Geduld des Architekten – Ersatzneubau einer Balkonanlage
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064 - Maxtorhof – Die Geduld des Architekten – Ersatzneubau einer Balkonanlage

Planungs- und Ausführungszeit: 2006 - 2009, Nürnberg

Sie werden sich fragen, wie dieses Projekt zur Marke blauhaus passt. Es ist unser Ansporn, für jede noch so schwierige Situation eine Lösung zu finden. Auch wenn die Türen dorthin scheinbar fest verschlossen sind. Wir wollen durch unsere Planung und Führung das Bauvorhaben zum Erfolg bringen. Das ist uns auch hier gelungen, auf steinigem Weg allerdings.
Die Aufgabe bestand darin, eine kleine Balkonanlage mit Baukosten von etwa 20.000 Euro zu errichten. Der Anbau  
Der Anbau ist ein neues, möglichst an den Bestand angepasstes, architektonisches Volumen, das fest mit dem vorherigen Bau verbunden ist.
 
wurde uns Architekten  
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.
 
durch eine Nürnberger Stiftung über das Internet beauftragt. Als Planungs- und Bauzeit waren etwa sechs Monate angedacht. Den Kunden haben wir leider nie kennengelernt.

Die Chronologie des Baus einer Balkonanlage, die es fast nie gegeben hätte:

1/2006 Vertragsunterzeichnung für zwei Balkonersatzbauten am Kettensteg in Nürnberg.
4/2006 Schreiben vom Auftraggeber an die Architekten, nun doch drei Balkone zu bauen.
6/2006 Versand der Genehmigungsunterlagen zum Kunden, welche schließlich verschwanden.
8/2006 Neuversand der Planungsunterlagen.
10/2006 Erteilen der öffentlich-rechtlichen Genehmigung.
11/2006 – 5/2007 Planung, Ausschreibung und Entscheidungszeit des Kunden.
5/2007 Vergabe der Leistungen an Unternehmen.
9/2007 Fertigstellung der Anlage.
9/2007 Schreiben vom Kunden, die Fassade ebenfalls zu sanieren.
9/2007 Beschwerden des Untermieters, dass es durch die neuen Balkone  
Ein Balkon ist ein Austritt an einem Obergeschoss, der aus der Wand herauskragt, offen ist und von einem Geländer umgeben wird.
 
zu dunkel sei.

9/2007 Anonyme Anzeige, dass das Dach „schwarz“ ausgebaut wurde (eventuell durch den Mieter angezeigt. Wir wissen es nicht.).
10/2007 Bescheid der Stadt, eine Notrettungstreppe stellen zu lassen.
11/2007 Anonyme Anzeige, dass das Wasser der neu gebauten Balkone auf den Gehweg tropft (Anzeige wahrscheinlich vom Nachbarn).
12/2007 Planung einer Entwässerung der Balkone durch das Haus.
2/2008 Schreiben der Stadt, dass der neue Balkon den Gehweg überragt wie vor 50 Jahren.
3/2008 Vertrag mit der Stadt, Zahlung von Überbaugebühren.
3/2008 Änderung der Fertigstellungsanzeige, da nur zwei von drei genehmigten Balkonen gebaut werden.
5/2008 Erstellen einer Genehmigungsplanung für das „schwarze“ Dachgeschoss.
7/2008 Erstellen eines Brandschutznachweises für das „schwarze“ Dach.
10/2008 Forderung einer Statik für das „schwarze“ Dach.
1/2009 Tektur des Bauantrages für das Dach.
2/2009 Erstellen einer Baubeginnsanzeige für den Dachausbau, der schon 25 Jahre bestand.
bis 5/2009 Unterschriftsgeplänkel mit der Stadt.
6/2009 Stellung der Schlussrechnung. Hausanbau abgeschlossen.

Die Moral von der Geschichte: Es gibt immer einen Ausweg. Und nicht verzweifeln!