Planungs- und Ausführungszeit: 2011, Nürnberg
Normalerweise sind für mich diese Projekttexte eher etwas Erlebtes. In diesem Text möchte ich Ihnen erzählen, dass es Villen (
Entgegen weitläufiger Meinungen ist eine Villa, geschichtlichen Ursprungs her, ein ländlicher Wohnsitz mit umliegenden Garten, für eine Fami...) gibt, die es wirklich in sich haben. In baulicher Hinsicht wie in Anbetracht der Kosten für eine Sanierung. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn diese Villa (
Entgegen weitläufiger Meinungen ist eine Villa, geschichtlichen Ursprungs her, ein ländlicher Wohnsitz mit umliegenden Garten, für eine Familie.) sieht von außen so harmlos aus, mit ihrer Grundfläche von 14 x14 Metern und diesem bogenförmigen Dach. Wir haben dort bei der Instandsetzung (
Unter einer Instandsetzung versteht man eine Reparatur defekter oder verschlissener Teile, um die früheren technischen oder ästhetischen Aspek...) einige Weltneuheiten aus der Bauzeit um 1910 entdeckt. Für Architekten (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) ein traumhafter Moment!
Die Kehlbalkenlage (
Das Kehlbalkendach ist eine Sonderform des Sparrendaches, indem ein zusätzlicher Kehlbalken gegen Durchbiegung eingebaut wird.) ist als Zangenkonstruktion (
Die Zangenkonstruktion ist ein Holzbausystem, mit einer eleganten Erscheinung durch die doppelten Träger.) ausgeführt und rückverankert über die Stahlbetonkonstruktion, die das wesentliche Konstruktionsprinzip des Hauses ist. Die Ausfachung innen besteht aus Nagelbahnen und feuersicheren Gipskartonplatten, das Stahlbetonfachwerk (
Die Fachwerkkonstruktion besteht ursprünglich aus Holz und ist eine alte Bauweise die auch heute noch Verwendung findet.) außen ist ausgefacht mit Leichtsteinwänden.
Das Bogendach (
Das Bogendach ist eine Dachform, die meist aus gebogenem Blech hergestellt wird.) hat handgemachte, rund geformte Biber und ist eine Leimdachkonstruktion (
Diese Dachkonstruktion besteht aus Leimholz, meist Brettschichtholz genannt.) von der Firma Otto Hetzer. Es handelt sich hier um die parabolischen Holzbalken, die in der königlich technischen Versuchsanstalt in Charlottenburg am 14. Mai 1906 geprüft worden sind.Was ich damit ausdrücken will ist, dass man auch bei kleinen, unscheinbaren Häusern am Anfang genau hinsehen muss, insbesondere bei der Kalkulation und der Kostenschätzung. Ich bin ein Fan der genauen Untersuchung, denn am Anfang ist die Wahrheit am billigsten.