Planungs- und Ausführungszeit: 2003, Burgthann
In Stadtnähe sind günstige Bauplätze rar. Oft überlegen sich junge Paare ob sie Nestflüchter werden oder ob sie in der Nähe der Eltern bleiben. Die Nähe der Eltern bietet Vorteile bezüglich der Brutpflege oder dem Betreuen der älteren Generation. Im vorliegenden Fall entschieden sich die Bauherren für ein Zusammenwohnen mit den Eltern. Allerdings hatten sie ursprünglich vor, das bestehende Haus aus den 50er Jahren aufzustocken. Ohne Plan eines Architekten (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) war der Umbau (
Ein Umbau ist eine Maßnahme an einem Gebäude, dass dessen Grundstruktur und/oder dessen Nutzungsmerkmale durch bauliche Eingriffe verändert.) des Wohngebäudes nicht zu stemmen. Wir waren als Planungsbüro der Meinung, dass es sich aufgrund der Substanz nicht lohnt, den bestehenden Baukörper des Einfamilienhauses zu deformieren. Deshalb entschieden wir uns für eine große Veränderung: Bauen mit Holz!
Bauen mit Holz lässt Wohngebäude fühlbarer werden
Wir planten zeitgemäßes Wohnen in einem freistehenden Körper, der durch eine Split-Llevel-Erschließung als Gelenk mit dem Altbau (
Der Begriff Altbau bezeichnet im allgemeinen ein Gebäude, dessen Erstellung vor dem zweiten Weltkrieg datiert ist.) eine funktionale Einheit übernimmt.
Da die Diskussion über Architektur (
Architektur ist eine, auf Technik basierende, Kunstform und wird oft auf Grund der Namensherkunft als „Erstes Handwerk“ bezeichnet.) immer noch sehr emotional geführt wird, gestalteten sich die Vorverhandlungen mit den Behörden amüsant. Auf unsere Fragen, warum das Projekt gefällt oder nicht gefällt oder ob dies bei der Genehmigung eine Rolle spielt, konnten die Beamten nicht antworten. Als Architekt (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) eine Ochsentour, die letztlich in der Genehmigung des Bauvorhabens für das Wohngebäude (
Das Wohngebäude, oder auch Wohnhaus genannt, ist die Urform und somit erste Nutzungseinheit architektonischer Bauten.) endete. Nachdem wir in der Grundlagenermittlung eine Bodenuntersuchung des Einfamilienhauses durchgeführt hatten, stellten wir fest, dass die Gründungsebene zehn Meter tiefer liegt als unsere neu geplante Bodenplatte. Die Folge war, dass man ein Gründungssystem wählen musste, welches wirtschaftlich ist, Trägfähigkeit besitzt und das auf dem Steilhang auch technisch machbar ist. Hier kam das Holz ins Spiel. Wir entschieden uns für ein Stabverpresspfahlsystem. Der Aufbau des Holzhauses als Rahmensystem war dann ein Kinderspiel. Übrigens ist Nachwuchs im Mehrgenerationenhaus 2007 „eingezogen“. Mehr Generationen – mehr Glück!