Planungs- und Ausführungszeit: 2010
Liebe Leser, anstelle eines Projekttextes können Sie hier die Stellungnahme gegenüber einer Behörde lesen. Wir Architekten (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) müssen oft Dinge schreiben und begründen, die Andere, aufgrund abweichender Interessenlage, vielleicht nicht wollen.
Die Villa (
Entgegen weitläufiger Meinungen ist eine Villa, geschichtlichen Ursprungs her, ein ländlicher Wohnsitz mit umliegenden Garten, für eine Familie.) Kohn in der Campestraße 10 wurde 1897 im historischen Stil eines Rokoko-Schlösschens errichtet. Dank des Engagements der Gesellschaft Museum e.V. ist die Stadtvilla (
Dies ist ein Gebäude, dass die Eigenschaften einer Villa vorweisen kann, aber in städtischer Umgebung zu finden ist.) eines der hervorragend erhaltenen historischen Gebäude im Stadtteil Johannis und wurde dementsprechend unter Denkmalschutz (
Der Denkmalschutz ist ein kultureller Schutz der Legislative und dessen Einhaltung eine der Kernkompetenzen von blauhaus.) gestellt.
Vom Grundstückseigentümer besteht im Interesse der Bauerhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes die Absicht, Maßnahmen gegen die vorhandene Vernässung und Überschwemmung der Kellerräume durchzuführen.
Aufgrund der vorhanden Baugrundverhältnisse und des Geländegefälles vom Burgberg in Richtung Campestraße bildet sich als Folge von Starkniederschlägen aufstauendes Sickerwasser, welches eine Vernässung der Kellerwände zur Folge hat. Das Eindringen von Sickerwasser in die Kellerräume des am Tiefpunkt gelegenen Gebäudes führt zu erheblichen Schäden an der Bausubstanz.
Neben den gemäß DIN 18195 vorgesehenen, soweit baulich möglichen Bauwerksabdichtungsmaßnahmen, ist eine Dränung (
Eine Drainage ist ein gelochtes, in Gründungsebene liegendes, um ein Gebäude herumlaufendes, Rohr, dass Wasser unterirdisch von Bauwerken abführ...) zum Schutz des Bauwerks nach DIN 4095 geplant. Dazu soll eine Ringdrainage (
Eine Drainage ist ein gelochtes, in Gründungsebene liegendes, um ein Gebäude herumlaufendes, Rohr, dass Wasser unterirdisch von Bauwerken abführ...) (Länge ca. 130 m) mit Spülschächten um das Gebäude angelegt und das anfallende Dränwasser auf Grund des Fehlens anderweitiger Ableitungsmöglichkeiten über einen Pumpenschacht mit Messeinrichtung in den in der Campestraße/Frohmannstraße unter Nutzung des bereits vorhandenen Hausanschlusskanals in den vorhandenen öffentlichen Mischwasserkanal abgeleitet werden.
Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und des nicht eindeutig feststellbaren Einzugsgebietes wird bei Starkniederschlägen mit einer angenommenen maximalen Sickerwassermenge von ca. 12,44 l/s bei entsprechenden Niederschlagsereignissen gerechnet. Der Bemessung der Anlage wurden Erfahrungswerte der Fränkischen Rohrtechnik mit 0,10 l/s pro m Kellerwand zugrunde gelegt.
Bei der Instandsetzung (
Unter einer Instandsetzung versteht man eine Reparatur defekter oder verschlissener Teile, um die früheren technischen oder ästhetischen Aspek...) werden die Kellerwände des Gebäudes als Voraussetzung für die Abdichtungsarbeiten bis zur Fundamentunterkante freigelegt. In diesem Zusammenhang ist eine Teilerneuerung der Grundstücksentwässerungsleitungen bei Beibehaltung der vorhandenen Einleitungsstellen in den städtischen Mischwasserkanal Campestraße/Frohmannstraße vorgesehen.
Um wirklich sicher zu gehen, ist außer der Drainung und der vertikalen Gebäudeabdichtung ein Mauersägeverfahren sowie, am tiefsten Punkt der Entwässerung, eine Entlastung durch den Einbau eines barock anmutenden Stufengartens geplant. Dieser wiederum dient zusätzlich der Personenrettung aus dem Gartengeschoss.
Wir bitten unserem Antrag zu entsprechen.
P.S.: Die Instandsetzung der Stadtvilla wurde so genehmigt und umgesetzt – die Villa ist trocken, der Kunde zufrieden. Der Architekt (
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.) ebenso.