Unser Team - Michael Schönsteiner - Michael Schönsteiner, 24, studiert noch und wird maßgeblich an der Instandsetzung des Pfarrhofs der Lorenzkirche beteiligt sein.

  • Bild: Michael Schönsteiner
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Michael Schönsteiner
Bachelor of Arts

Wer sind Sie, in einem Satz formuliert?

Michael Schönsteiner: Schönsteiner Michael heiße ich, bin 24, komme gerade von der Hochschule in Nürnberg und bin jetzt seit zwei Wochen im Büro, nachdem ich mich initiativ beworben hatte.

Was ist Ihre Aufgabe bei blauhaus?

Ich bin jetzt für das Projekt Pfarrhof der Lorenzkirche zuständig.

Ist das auch das Modell, an dem Sie gerade basteln?

Ja genau, um das geht es dann. Da braucht man jetzt das Modell erstmal, um verschiedene Ideen in 3D quasi gleich testen zu können.

Aufgrund welches Plans machen Sie das?

Ich bin jetzt erst seit kurzem hier. Vor einem Jahr hat aber das Büro eine Bestandsaufnahme  
Die Bestandsaufnahme ist die Vermessung eines Bauprojektes für einen Bestandsplan.
 
gemacht, also das ganze Gebäude vermessen und Pläne dazu gezeichnet. Ich habe die Pläne als Grundlage. Vor dem Wettbewerb selbst kommt dann noch eine Art Auslobung. Da steht dann drauf, was wollen die genau haben. Aber das kommt erst noch alles.

Das heißt, Sie wollen länger bei blauhaus bleiben?

Es ist ein Dreivierteljahr vereinbart. Ich habe mir das so überlegt, weil ich den Master erst später machen möchte.

Was zeichnet die Atmosphäre oder die Art zu arbeiten bei blauhaus aus?

Bei blauhaus ist ganz klar das Bauen im Bestand  
Im Bestand bauen ist eine Kernkompetenz von blauhaus und bedeutet, ein bestehendes Objekt zu bearbeiten.
 
das Typische fürs Büro. Ich war vorher schon in einem anderen Büro, da haben die fast nur Neubauten gemacht. Man merkt schon, da haben die Leute hier mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, weil die Bestandsaufnahme eben doch eine sehr große Rolle spielt.

Ist das eine ganz andere Art zu arbeiten als Architekt  
Der Architekt ist Berater, Planer, Künstler, Ingenieur, Freund und Wirtschafter zugleich.
 
mit Schwerpunkt Bestandbauten?

Ja. Es ist sehr großes Gespür für alte Gebäude nötig. Man muss wissen, was man verändern darf, was dem Gebäude gut tut oder was zu übertrieben ist. Das sind Sachen, da muss man sich erst hineinfinden. Das ist schon sehr knifflig. Den nötigen Respekt vor der Substanz zu wahren, aber gleichzeitig auch zu erkennen, was zeitgemäßer werden muss

Was machen Sie um sich abzulenken vom Studium und dem Modellbauen?

Das war in letzter Zeit ein bisschen knapp aber ansonsten spiele ich Gitarre, koche und esse sehr gerne. Ich habe sogar mal in einer Band gespielt bis zum Studium, aber dann ging das nicht mehr.

Ich nenne jetzt mal fünf Begriffe, und Sie versuchen, möglichst schnell darauf zu antworten.

„Altbau“

Schwierig

„Nürnberg“

Viel Altbau

„Bauhaus“

gut

„Burj el Arab“

Wer?

Dubai, höchster Turm

Ach so, ist der schon fertig?

„Architektur“

Stressig

Mathias Kreibich

Eigensinnig, cooler Chef

Was verstehen Sie unter dem Begriff Kundennähe?

Den Menschen etwas zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen können. Ganz einfach gesagt. Das sind auch die Soft Skills vonnöten, die man als Architekt braucht, um aus dem Kunden rauszukriegen, was er schön findet.

Es geht also nicht um Ihre Vorstellung, sondern die des Kunden.

Es geht eigentlich um beide Vorstellungen. Wenn man selbst nicht hinter dem Entwurf steht, dann wird das auch nichts. Es gibt auch Situationen, in denen muss man auch sagen: „So baue ich das nicht.“

Wie sieht denn Ihr Traumhaus aus?

Mein Traumhaus? Das habe ich schon mehrmals versucht zu skizzieren, das erste noch vor meinem Studium. Das würde ich heute so nie wieder bauen. In zehn Jahren sage ich wahrscheinlich wieder das gleiche über mein jetziges.